| Öffentliche Verwaltung

Mehr Ostdeutsche an Verwaltungsspitzen in den neuen Ländern

In Zukunft werden mehr Ostdeutsche an den Spitzen der Verwaltung stehen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Anteil Ostdeutscher an den Spitzen öffentlicher Verwaltungen in den neuen Ländern wird nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Staatskanzlei-Chef Rainer Robra bald kräftig wachsen.

In Zukunft werden nach Auffassung Robras nur noch ausnahmsweise Abteilungsleiter aus anderen Bundesländern oder aus Bundesbehörden «importiert». «30 der 40 Abteilungsleiter in Sachsen-Anhalt sind älter als 50 Jahre.» Entsprechend seien in erheblichem Umfang personelle Veränderungen zu erwarten. Nach 1990 waren viele leitende Positionen mit Westdeutschen besetzt worden.
Die Wochenzeitung «Die Zeit» hatte kürzlich berichtet, dass in ostdeutschen Ministerien und Staatskanzleien knapp zweieinhalb Jahrzehnte nach der Einheit vor allem Beamte aus dem Westen den Ton angeben. Von 192 Abteilungsleitern in den Ministerien der neuen Länder stammten 146 aus der alten Bundesrepublik. Nur ein Viertel sei im Osten aufgewachsen.

Drei Viertel aller Abteilungsleiter in den ostdeutschen Landesministerien stammen dem Bericht zufolge aus dem Westen. Am geringsten sei der Anteil der Abteilungsleiter mit Ost-Herkunft in Brandenburg (18 Prozent). Es folgten Sachsen (21 Prozent), Sachsen-Anhalt (23 Prozent) und Thüringen (24 Prozent). Nur Mecklenburg-Vorpommern steche mit 13 von 35 (37 Prozent) Ost-Abteilungsleitern heraus. Dabei sei Mecklenburg-Vorpommern auch das einzige der ostdeutschen Länder, das von einem Ministerpräsidenten aus dem Westen regiert werde. Erwin Sellering (SPD) wurde 1949 im nordrhein-westfälischen Sprockhövel geboren.
Grundlage der Erhebung waren schriftliche Auskünfte aller fünf Regierungssprecher der beteiligten Bundesländer. Lediglich in Thüringen wurde aus technischen Gründen ein Ministerium nicht erfasst.


   


Schlagworte zum Thema:  Neue Bundesländer, Öffentliche Verwaltung, Behörde

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