26.05.2014 | Niedersachsen

Marburger Bund steigt aus Tarifverhandlungen mit Diakonie aus

Auf das Streikrecht möchte der Marburger Bund nicht verzichten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Auf der Zielgeraden ist eine von zwei Gewerkschaften in Niedersachsen aus den Tarifverhandlungen mit der Diakonie ausgestiegen.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund teilte am Freitag mit, sie sei nicht bereit, einer Regelung zuzustimmen, die das Streikrecht infrage stelle.

Die Gewerkschaft Verdi will die Verhandlungen nun bis zum Juni allein zum Abschluss führen. Eine zwischen Kirche, Diakonie und den beiden Gewerkschaften geschlossene Sozialpartnerschaft hatte den Weg für die Tarifverhandlungen für die rund 30 000 Diakoniebeschäftigten in Niedersachsen freigemacht. Sie sieht zur Umgehung der von den Gewerkschaften verlangten Streikmöglichkeit eine Schlichtung vor.

Verdi hingegen sieht ein grundsätzliches Streikrecht durch die Sozialpartnerschaft nicht gefährdet, erklärte Diakonie-Expertin Annette Klausing von Verdi. «Die Schlichtungsvereinbarung beinhaltet kein Verzicht auf das Streikrecht.»

Der in Niedersachsen geschlossenen Sozialen Partnerschaft mit Signalwirkung für ganz Deutschland war ein langer Streit von Verdi um mehr Einfluss bei Kirche und Diakonie vorangegangen. Bisher handelten kircheninterne Gremien das Entgelt der Beschäftigten in Kirche und Diakonie ohne Einbindung von Gewerkschaften und ein Streikrecht aus. Beim neuen niedersächsischen Weg sitzen die Gewerkschaften mit am Verhandlungstisch, wobei eine Schlichtungslösung einen Streik überflüssig machen soll.

Schlagworte zum Thema:  Streik, Diakonie, Marburger Bund

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