11.11.2014 | Tarifeinheit

Marburger Bund kündigt Widerstand gegen Tarifeinheit an

Ärzte werden mehrheitlich vom Marburger Bund vertreten.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) will sich mit allen Mitteln gegen ein Gesetz zur Tarifeinheit zur Wehr setzen.

«Es ist klar, dass wir jede Chance nutzen, weiterhin das Wirksamwerden eines solchen Gesetzes zu verhindern», sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke. «Wir bereiten uns auf eine Klage vor.»

Die Pläne der Regierung seien ein «offener Verfassungsbruch» und eine «existenzielle Bedrohung» für den Marburger Bund. Das Prinzip der Berufsgewerkschaft würde damit vernichtet werden, sagte Henke. «Sobald es im Bundesgesetzblatt steht, werden wir Verfassungsbeschwerde einreichen», betonte MB-Sprecher Hans-Jörg Freese.

Der Marburger Bund ist nach eigenen Angaben die einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland und vertritt rund 115 000 Mitglieder in Kliniken. Die Gewerkschaft sieht ihr Streikrecht durch die geplante Neuregelung bedroht. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will den Einfluss kleiner Gewerkschaften mit einem neuen Gesetz eindämmen. Demnach soll in einem Betrieb nur noch der Tarifvertrag der Gewerkschaft gelten, die dort mehr Mitglieder hat. Auch Verdi mischt in der Tarifpolitik der Krankenhäuser mit.

Schlagworte zum Thema:  Marburger Bund, Krankenhaus TVöD, Tarifverhandlung

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