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Marburger Bund: An kommunalen Krankenhäusern fehlen Ärzte

Marburger Bund warnt vor steigender Arbeitsbelastung der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach einer Mitgliederbefragung des Marburger Bundes bleiben Arztstellen an kommunalen Krankenhäusern vielfach für mehrere Monate unbesetzt. Dadurch steigt die Arbeitsbelastung der Ärzte.

Dies hat eine Mitgliederbefragung des Marburger Bundes unter rund 2.400 Ärztinnen und Ärzten in kommunalen Krankenhäusern ergeben, die in der Zeit vom 23. September bis 13. Oktober 2016 durchgeführt wurde.
Nach Interpretation der Interessenvertretung Marburger Bund ist die Unterbesetzung in den Klinikabteilungen eine der Ursachen für die hohe Arbeitsbelastung und beeinträchtigt die Patientenversorgung: Drei Viertel der Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Kliniken geben an, nicht ausreichend Zeit für die Behandlung ihrer Patienten zu haben.

75 Prozent der Befragten sehen personelle Engpässe

Die Ergebnisse der Online-Umfrage MB Survey 2016 bestätigen Daten der Repräsentativerhebung MB-Monitor 2015, die der Marburger Bund im Herbst 2015 veröffentlicht hatte. Zugleich widerlegen die Ärztinnen und Ärzte Behauptungen der kommunalen Arbeitgeber in der aktuellen Tarifrunde mit dem Marburger Bund, die Personalbelastung im Ärztlichen Dienst sei zurückgegangen. Die Adhoc-Umfrage zeigt, dass in vielen der rund 550 kommunalen Kliniken personelle Engpässe im ärztlichen Bereich an der Tagesordnung sind.
In der Hälfte aller Klinikabteilungen kommunaler Häuser sind derzeit bis zu zwei Arztstellen nicht besetzt (eine Stelle: 24%, zwei Stellen: 26%). In zwölf Prozent der Kliniken sind drei Arztstellen pro Abteilung vakant, in sechs Prozent der Häuser vier Arztstellen. Acht Prozent der befragten Klinikärzte teilen mit, dass sogar mehr als vier Stellen in ihrer Abteilung nicht besetzt seien. Nur rund ein Viertel der Ärzte (24%) sieht derzeit kein Stellenbesetzungsproblem. In der Regel sind Arztstellen in kommunalen Krankenhäusern mehrere Monate unbesetzt, manchmal aber auch ein Jahr (15%) oder zwei Jahre und länger (9%).

Negative Auswirkung auf Arbeitsbedingungen der Ärzte

Die Stellenprobleme im Ärztlichen Dienst wirken sich negativ auf die Arbeitsbedingungen der Ärzte aus, insbesondere auf die Arbeitszeitgestaltung. Im Durchschnitt arbeiten Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern 49 bis 59 Stunden pro Woche inklusive Überstunden und Bereitschaftsdienste. Ein Viertel der Befragten (23%) kommt sogar auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von mehr als 60 Stunden. Die überlangen Arbeitszeiten beeinträchtigen die Gesundheit der Ärzte. Schlafstörungen und häufige Müdigkeit machen 83 Prozent der Ärzte in kommunalen Krankenhäusern zu schaffen. Auch dieser Befund deckt sich mit den Ergebnissen der letztjährigen Mitgliederbefragung unter Krankenhausärzten (MB-Monitor 2015).
Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass die meisten Ärztinnen und Ärzte in kommunalen Krankenhäusern ihre derzeitigen Arbeitsbedingungen lediglich als „mittelmäßig“ einstufen (50%). Nachdenklich sollte die Arbeitgeber vor allem die Antwort der Ärzte auf die Frage machen, ob ihnen ausreichend Zeit für die Behandlung ihrer Patienten zur Verfügung stehe. Drei Viertel (75%) verneinen diese Frage, nur ein Viertel (25%) bejaht sie.

Schlagworte zum Thema:  Krankenhaus TVöD, Marburger Bund

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