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Schlechtes Klima an Schulen

Lehrer: Die Stimmung ist schlecht!
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Klagen der Lehrerverbände brechen nicht ab. Jetzt schlägt der VBE Alarm und ruft nach Hilfe für zerstrittene Schularten, heimatlos gewordene Lehrer und frustrierte Junglehrer. Anfängliche Aufbruchstimmung sei völlig verfolgen.

Die von Grün-Rot eingeleiteten Veränderungen im Bildungssystem haben nach Beobachtung des Lehrerverbandes VBE zu Unfrieden an und zwischen Schulen geführt. «Wir haben Vertrauensverluste und Missstimmung, die wir früher nicht verzeichnen konnten», sagte VBE-Landeschef Gerhard Brand in Stuttgart. Die Realschulen fühlten sich durch die neuen Gemeinschafsschulen in ihrer Existenz bedroht, die Leiter von Gemeinschaftsschulen würden von den Rektoren benachbarter Schulen angefeindet, Lehrer an Haupt- und Werkrealschulen bangten zunehmend um ihren Arbeitsplatz. «Jeder denkt, mir nimmt der andere etwas weg und ich bleibe auf der Strecke.» Diese systembedingten Konflikte dürften von der Landesregierung nicht länger ignoriert werden.

SPD-Bildungspolitiker Stefan Fulst-Blei konterte: «Für Kritik sind wir offen, aber nur Miesmachen nervt. Es ist an der Zeit, dass der VBE seine eindimensionale Wahrnehmung hinterfragt.» Die Landesregierung habe zum Beispiel seit dem Amtsantritt trotz rückläufiger Schülerzahlen kein einziges Lehrerdeputat abgebaut.

Eine Lösung sei Brand zufolge die parallele Einführung einer differenzierten integrativen Schule, etwa in Form einer Gesamtschule mit unterschiedlichen Kursen in den Kernfächern - eine Forderung, die auch der Städtetag stellt. Brand: «Das kostet keinen Cent mehr, und die Schulen, Kommunen und Eltern haben die Wahlfreiheit.» Die von Grün-Rot eingeführte Gemeinschaftsschule lege den Fokus auf das Lernen in einer Gemeinschaft. Es müsse aber unter dem Dach einer Schule auch Möglichkeiten geben, unterschiedliche Leistungsniveaus abzubilden. Mit einer solchen Differenzierung könnten auch CDU und FDP leben, und die Gefahr eines Paradigmenwechsels abhängig von der Landesregierung sei gebannt. «Da hat man eine Chance verpasst.»

Für Frust sorgen nach Brands Worten auch die Einschnitte bei den Beamten. Bei weiteren Einbußen behalte sich der VBE eine Klage gegen das Land vor, dass sich als Dienstherr der Lehrer immer mehr seinen Pflichten entziehe. Die Teilhabe an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werde den Staatsdienern immer mehr verweigert. Brand: «Der Bogen ist überspannt.»

Am 29. Juni werde der VBE gegen die Gehaltseinbußen für Berufsanfänger und die verzögerte Übertragung des Tarifabschlusses für den öffentlichen Dienst auf die Beamten protestieren. Die Demonstration in Stuttgart wird vom Beamtenbund organisiert, dem der VBE angehört. Der Verband Bildung und Erziehung vertritt die Lehrer an Grund-, Haupt/Werkreal-, Real-, Sonder- und Gemeinschaftsschulen.

Schlagworte zum Thema:  Lehrer, Bildung, Gewerkschaft

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