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Lehrer-Verbeamtung - Gewerkschaft fordert Altersteilzeit

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Pläne zur Verbeamtung von Lehrern in Mecklenburg-Vorpommern haben die Debatte um die Situation älterer Pädagogen im Land neu belebt. «Es ist gut, wenn sich die Landesregierung Gedanken darum macht, wie sie junge Lehrer ins Land holen kann.

Aber darüber dürfen die Pädagogen nicht vergessen werden, die seit über 20 Jahren ihre Arbeit machen, und das zum Großteil unter erheblichen finanziellen Einbußen», sagte die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Annett Lindner, am Freitag in Schwerin. Sie erneuerte die Forderung, Regelungen für Altersteilzeit oder Stundenreduzierung bei älteren Lehrern tariflich zu verankern. «Aber da zeigt uns die Finanzministerin (Heike Polzin, SPD) die kalte Schulter», beklagte die Gewerkschafterin.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) verwies hingegen auf das 50-Millionen-Euro-Paket für die Bildung, das die Regierung erst kürzlich beschlossen hatte, insbesondere um den Lehrerberuf attraktiver zu machen. «Das ist zusätzliches Geld. Da kann man wohl kaum von kalter Schulter sprechen», sagte er. Die Mittel würden ab 2014 wirksam und sollten unter anderem dafür eingesetzt werden, die Pflichtstundenzahl für Lehrer ab 57 um eine Stunden zu verringern. Altersteilzeit aber werde es nicht geben. «Wir müssen ja die Unterrichtsversorgung sicherstellen», sagte der Minister.

Etwa 3000 der gut 10 000 Lehrer in Land sind älter als 55. Für diese Altersgruppe seien Übergangsregeln wichtig, betonte wiederum Lindner: «Wir wollen ja, dass sie einigermaßen gesund in den Ruhestand kommen.» Nur 550 Pädagogen aber werden zu Schulbeginn im Herbst 2014 nach Berechnungen des Finanzministeriums unter 40 Jahre alt sein und somit in den Genuss der Verbeamtung kommen können. Nach Angaben Brodkorbs soll zwar schon zum 1. August dieses Jahres mit den Verbeamtungen begonnen werden. Doch seien davon zunächst Referendare betroffen, sagte er in einem Interview des «Nordkurier» (Freitag). Diese werden den Status Beamte auf Widerruf tragen. Mit der Verbeamtung der Lehrer solle spätestens zum August 2014 begonnen werden. «Wir prüfen aber auch Möglichkeiten, das bei bestimmten Schularten wie zum Beispiel der Grundschulen früher zu realisieren», sagte Brodkorb der Zeitung.

Mit der Verbeamtung gleicht sich Mecklenburg-Vorpommern anderen Bundesländern an, um qualifizierte junge Lehrer im Land halten oder sie anlocken zu können. «Wir müssen unser System wettbewerbsfähig machen», forderte Brodkorb. Allerdings will das Land - zur Kostendämpfung - die Altersgrenze für die Verbeamtung insgesamt im Land auf 40 Jahre herabsetzen. Bislang kann bis 45 Jahre verbeamtet werden.

Der Beamtenbund in Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich zwar überrascht von der beabsichtigten Änderung. «Die Entscheidung kann von uns inhaltlich aber mitgetragen werden, denn mit der neuen Begrenzung werden junge Leute sich früher an den öffentlichen Dienst als Dienstherrn binden. Das ist aufgrund der demografischen Entwicklung sehr wichtig», erklärte Landesverbandschef Dietmar Knecht.

Schlagworte zum Thema:  Lehrer, Beamte, Altersteilzeit

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