| Urteil

Kündigung von LKA-Mitarbeiter nach Morddrohung gerechtfertigt

Eine massive Drohung gegenüber einem Vorgesetzten kann zur fristlosen Kündigung führen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters des Landeskriminalamts nach einer Morddrohung gegen einen Vorgesetzten ist gerechtfertigt. Dies hat das Arbeitsgericht Düsseldorf entschieden.

Mit den Worten «Ich stech' Dich ab» soll der Personenfahnder des LKA seinen Vorgesetzten im Dezember 2014 am Telefon bedroht haben. Hintergrund sollen frühere Konflikte zwischen beiden anlässlich einer Personalratswahl gewesen sein. Der Angestellte war nach dem Drohanruf fristlos entlassen worden und klagte gegen die Kündigung.

Gericht bestätigt fristlose Kündigung

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der LKA-Mitarbeiter angerufen hatte. Der Vorgesetzte hatte angegeben, den Mitarbeiter an seiner markanten Stimme erkannt zu haben. Der entlassene Mitarbeiter soll den Anruf von einem Münzfernsprecher 3,5 Kilometer von seiner Wohnung entfernt abgesetzt haben. Er hatte dagegen behauptet, sich zum Zeitpunkt des Anrufes vor seinem Haus mit einem befreundeten Nachbarn unterhalten zu haben.

Bei dem Anruf handele es sich um einen erheblichen Verstoß des Klägers gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten, so das Gericht. Wegen der «ernsthaften und nachhaltigen Bedrohung» des Vorgesetzten sei eine Weiterbeschäftigung des Mannes unter Abwägung aller Umstände des Einzelfalles nicht weiter zumutbar. Aufgrund der Schwere der Pflichtverletzung war eine vorherige Abmahnung entbehrlich.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil v. 15.8.2016, 7 Ca 415/15).

Schlagworte zum Thema:  Urteil, Kündigung, Behörde, Straftat

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