Kündigung einer Heilerziehungspflegerin wegen Tafel Schokolade

Eine Heilerziehungspflegerin aß eine Tafel Schokolade der Kollegin und benutzte die Dienstwaschmaschine privat, woraufhin sie fristlos gekündigt wurde. Vor dem Arbeitsgericht Heidelberg einigten sich die Parteien auf das Festhalten am Arbeitsverhältnis, allerdings mit Abmahnung.

Vor dem Arbeitsgericht Heidelberg wurde über eine fristlose Kündigung einer 64-jährigen Heilerziehungspflegerin verhandelt. Der Arbeitgeber, eine Hilfseinrichtung auch für behinderte Kinder, hatte der Frau nach mehr als 30 Arbeitsjahren gekündigt. Ihr wurde vorgeworfen, die Tafel Schokolade einer Kollegin gegessen und die Dienstwaschmaschine privat genutzt zu haben. Die Nutzung der Waschmaschine sei aber nicht kategorisch verboten, so die Anwältin der Heilerziehungspflegerin. Was die Schokolade betrifft, müsse in einem Team ein „Geben und Nehmen“ herrschen. Die Heilerziehungspflegerin verteidigte sich damit, die Schokolade im Wert von gut zwei Euro ersetzt zu haben. Laut dem Anwalt der Hilfseinrichtung habe es sich jedoch um wiederholte Verstöße gehandelt, auch wenn es im Einzelfall geringwertige Dinge betrifft. Schließlich einigten sich die Parteien auf einen Vergleich. Die Heilerziehungspflegerin darf nun weiter in der Hilfseinrichtung arbeiten, erhielt aber eine Abmahnung.

dpa
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