07.05.2013 | Kommunale Kliniken

Kostendruck setzt kommunalen Kliniken zu

Kostendruck in Kliniken steigt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Anders als private Kliniken können sich kommunale Krankenhäuser nicht auf die Geld bringenden Dienstleistungen konzentrieren. Sie haben einen Versorgungsauftrag. Und der kostet mehr Geld als er einbringt. Experten fordern den Gesetzgeber deshalb zum Handeln auf.

In kommunalen Kliniken steigt der Kostendruck eigenen Experten zufolge so, dass Schließungen drohen. «Zwischen 2008 und 2013 lag allein die Tarifsteigerung bei 16 Prozent. Die Preise, die wir verlangen dürfen, sind in der Zeit aber nur um fast neun Prozent erhöht worden», sagte Alexander Schraml, Vorstandsmitglied des Krankenhaus-Verbundes «Klinik-Kompetenz-Bayern». 

Fallpauschalen sind zu niedrig

Hauptproblem sei, dass die Fallpauschalen nicht genug angehoben wurden. «Seit 20 Jahren tun wir alles, um besser zu wirtschaften und effektiver zu werden», sagte Schraml. Mittlerweile sei man aber an einem Punkt, «an dem keine Einsparungen mehr möglich sind, wenn wir nicht die Qualität unseres Gesundheitswesens generell schädigen wollen». Das würden vor allem die kommunalen und freigemeinnützigen Kliniken zu spüren bekommen, die eine breite Grund- und Regelversorgung bieten, sagte Schraml: «Wir brauchen eine Erstattung der Kostensteigerungen, die wir haben. Um mehr geht es eigentlich nicht.» Der Gesetzgeber müsse dafür sorgen, dass Kostensteigerungen über Preiserhöhungen ausgeglichen würden.

Der Klinikverbund fordert deshalb gesetzliche Vorgaben für Preissteigerungen, die sich an den Personal- und Sachkosten orientieren. «Und man muss einen Demografiefaktor einbauen.» Sollte sich an der finanziellen Situation der kommunalen Krankenhäuser nichts grundlegend ändern, «müssen immer mehr Klinken zugemacht oder privatisiert werden.» 

Hintergrund

Deutschlandweit gibt es der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge 2.065 Krankenhäuser mit knapp 500.000 Betten. Vor zehn Jahren waren es noch fast 2.250 Kliniken mit fast 560.000 Betten gewesen. Auch die Auslastung sank in diesem Zeitraum. Während die Zahl der öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäuser sank, nahm die der privaten Kliniken zu. Auch die Patientenzahlen steigen stetig. 

In Bayern gab es dem Landesamt für Statistik zufolge zuletzt 373 Kliniken. Vor zwei Jahrzehnten waren es noch rund 420 Krankenhäuser. Die Bettenzahl sank in dieser Zeit von fast 88.000 auf etwa 76.000. Fast die Hälfte der bayerischen Häuser sind in kommunaler Trägerschaft. Mehr als ein Drittel gehören privaten Betreibern.

Schlagworte zum Thema:  Kostendruck, Geldnot, Kommune, Klinik

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