| Niedersachsen

Kirchen und Gewerkschaften gehen aufeinander zu

Kirchen wollen von ihrem Sonderweg im Tarifrecht abweichen.
Bild: PhotoDisc Inc.

Nach viel Streit lässt die Kirche die Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen mit an den Tisch. Gemeinsam wollen beide einen flächendeckenden Tarifvertrag im sozialen Bereich erarbeiten.

Der Streit um mehr Einfluss und ein Streikrecht bei der Kirche hat die Gewerkschaften bis vor das Bundesarbeitsgericht geführt - in Niedersachsen haben Verdi, Marburger Bund und die evangelischen Kirchen sich nun auf Tarifverhandlungen verständigt. Die Einigung habe Signalwirkung für ganz Deutschland, sagten beide Seiten bei der Unterzeichnung einer «Sozialen Partnerschaft» in Hannover.

Landesweiter Tarifvertrag in Niedersachsen angestrebt

Bisher haben kircheninterne Gremien das Entgelt der Beschäftigten in Kirche und Diakonie ausgehandelt - ganz ohne Einbindung von Gewerkschaften.

Nach einem Tarifabschluss für die 30.000 Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen, der in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden soll, streben beide Seiten einen landesweiten Tarifvertrag im sozialen Bereich an. Dafür soll nun die Freie Wohlfahrtspflege mit ins Boot geholt werden. Ziel beider Seiten ist es, einen ruinösen Wettbewerb in der Pflege über die Löhne zu beenden. Außerdem wird ohne ordentliche Bezahlung der Pflegekräfte ein Pflegenotstand befürchtet.

Statt eines Streikrechts sieht die Einigung für den künftigen Tarifvertrag eine Schlichtungsregelung vor. Die Abmachung kann aber von beiden Seiten aufgekündigt werden, so dass die Gewerkschaft sich von ihrem Anspruch auf ein Streikrecht im Grundsatz nicht verabschiedet.

«Die Entwicklungen in Niedersachsen tragen sicherlich dazu bei, den Dauerstreit zwischen Verdi und Diakonie zu lösen», meinte der Präsident der Diakonie in Deutschland, Johannes Stockmeier.

Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung, Diakonie, Tarifvertrag , Caritas, Gewerkschaft, Kirche

Aktuell

Meistgelesen