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Kirchen stellen Weichen für Tarifverträge mit Gewerkschaften

Das Kirchengesetz in Niedersachsen könnte bundesweite Signalwirkung haben.
Bild: Haufe Online Redaktion

Nach dem gescheiterten Zusammenschluss treffen die fünf evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen auf der letzten Sitzung des gemeinsamen Parlaments eine wichtige Entscheidung.

In Kirche und Diakonie sollen künftig Tarifverträge mit den Gewerkschaften ausgehandelt statt bloß in kircheninternen Gremien beschlossen werden können. Ein entsprechendes Kirchengesetz soll an diesem Samstag auf der Sitzung der Synode der Konföderation der Kirchen in Hannover beschlossen werden.

Die nach jahrelangem Streit mit der Gewerkschaft Verdi vorbereitete Einigung könnte bundesweite Signalwirkung haben. Nach dem grünen Licht der Kirchen will die Diakonie in Niedersachsen schon in Kürze Tarifverträge mit Verdi und dem Marburger Bund aushandeln.

Die 1971 gegründete Konföderation der evangelischen Kirchen, die eigentlich einen Zusammenschluss vorbereiten sollte, wird indes künftig lockerer gefasst. Das gemeinsame Parlament wird aufgelöst und ein bis 2023 befristeter neuer Konföderationsvertrag am Samstag unterzeichnet. Die Kirchen konzentrieren ihre Zusammenarbeit darin auf die wichtigen Felder. Die Hoffnung ist, bis dahin möglicherweise doch zu einer gemeinsamen evangelischen Kirche für die rund drei Millionen Protestanten in Niedersachsen zu gelangen.

Am Einsatz für einen Zusammenschluss hatte es in den vergangenen Jahren nicht gemangelt: Vielleicht auch wegen der ewigen Rangeleien mit der Landeshauptstadt hatte Braunschweigs Bischof Friedrich Weber den ersten Schritt getan und für eine Fusion plädiert. Das Wegfallen des Bischofsamtes hätte ihn nicht getroffen - er geht schon in einigen Wochen in den Ruhestand. Nach dem Scheitern der Fusion 2009 dann legte der Architekt des Kirchenbündnisses im Norden, der Kieler Bischof Gerhard Ulrich, ein Alternativkonzept vor. Die einzelnen Kirchen wären dabei selbstständig geblieben, zentrale Aufgaben aber gebündelt worden.

Auch dieser Vorstoß aber scheiterte, ihr eigenes regionales Profil für die dort verwurzelten Gläubigen war den Kirchen wichtiger als mehr Schlagkraft in einem Bündnis. Auch war der Druck zu einem Zusammengehen bisher in Niedersachsen nicht so groß wie etwa im Osten, wo die schwindende Zahl an Gläubigen die Kirchen schon früher zu Zusammenschlüssen drängte.

Schlagworte zum Thema:  Kirche, Tarifvertrag , Gewerkschaft

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