Internationaler Tag des Bürohundes: Hunde machen glücklich

Den Weltnichtrauchertag, den internationalen Tag der Frau oder den internationalen Tag des öffentlichen Dienstes: Wer kennt sie nicht, die "Welttage". So ist am 26. Juni der internationale Tag des Bürohundes.

Es gibt nicht wenige von diesen etwas anderen Gedenktagen. Den Welttag der Jogginghose. Den Tag der Schwertschlucker. Den Weltkrokettentag. Oder – wichtig, denn das Thema hat 2020 nie geahnte Wichtigkeit erlangt - den Welttag des Toilettenpapiers. Dieser ist übrigens am 26. August; wer noch größere Vorräte in seinem Keller lagert, könnte diese dafür nutzen, alle Ritzen und Fugen in seinem Haus luftdicht zu verschließen. Es wäre zweifellos eine eindrucksvolle Demonstration, dass einem der drei Tage später stattfindende internationale Tag gegen Nuklearversuche wirklich ein ernstes Anliegen ist.

Bürohunde machen glücklich

Doch kommen wir endlich zum Wesentlichen. Heute ist der Internationale Tag des Bürohundes. So ein Bürohund kommt nicht einfach mit in die Firma, liegt faul herum und wird nach drei Stunden (wenn nicht schon früher, weil der Dalmatinerrüde drei Schreibtische weiter ständig blöde rüberschnüffelt und man gar nicht anders kann, als ihn zu verbellen) zur Produktivitätsbremse, weil er ein dringendes Bedürfnis verspürt.

Nein! Der Bürohund regt die Oxytocinproduktion im menschlichen Organismus an und sorgt so für unsere psychische und körperliche Gesundheit. Ein besserer Schutz vor der Volkskrankheit Burnout ist kaum denkbar! Darüber informiert der Bundesverband Bürohund auf seiner Homepage. Dort wird die dringend notwendige Öffentlichkeitsarbeit und politische Lobbyarbeit geleistet, die vonnöten ist, um den Gesundheitsschutz der arbeitenden Bevölkerung wirkungsvoll voranzutreiben.

Die internationale Politik ist auf den Hund gekommen

Braucht es überhaupt noch Argumente, wo es doch an prominenten Vorbildern in der großen Politik nicht mangelt? Der Jack-Russell-Terrier Dilyn von Boris Johnson, der Griffon-Labrador-Mischling Nemo von Emmanuel Macron oder der mittelasiatische Schäferhund Werny von Wladimir Putin sorgen doch eindrucksvoll dafür, dass Europas Spitzenpolitik burnoutfrei über die Bühne geht. Doch was macht es mit dem Hund, wenn er täglich zur Arbeit geht? Der Instagram-Hashtag "#bürohund" verzeichnet schon fast 80.000 Einträge, der Bürohund ist in vielen Firmen längst Alltag.

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Erkenntnis: Der Hund passt sich an. Der Drang zum Rudelchef ist dem Hund nicht fremd. Angeborenes Dominanzverhalten lässt aus vormals unbedarften Familienhunden "Hundernehmer" und "Dogfluencer" werden. Es wird über steile Karrieren berichtet. Wer es versteht, nach oben mit dem Schwanz zu wedeln und nach unten zu knurren, dem stehen in vielen Unternehmen Führungspositionen offen. Schon gibt es im Weiterbildungsmarkt die ersten Coachdogs, von denen Manager führen lernen. Selbst in die Riege der erfolgreichsten Investmentbanker sollen bereits Hunde vorgestoßen sein. Mit einem untrüglichen Riecher und einer feinen Witterung kann man es dort weit bringen.

Innovationsschub durch den Bürohund

Einigen steigt das zu Kopf. Attila, der Hund des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, betreibt mittlerweile einen eigenen Twitteraccount unter dem Namen @firstdog_Attila. Eine französische Bulldogge, die auf Instagram unter dem Namen "cloetheminifrenchie" als Hobbys Reisen, Essen und Mode angibt, erklärt ihren 165.000 Followern, welche Produkte sie kaufen sollen und kassiert pro Produktempfehlungs-Post 10.000 bis 15.000 Dollar. Es gab schon Firmen, deren Bürohund bekannter war als ihr CEO. Wer kannte anfänglich Jeff Bezos? Das wahre Gesicht von Amazon war doch Rufus, der mittlerweile verstorbene Welsh Corgie, der es zu legendärem Ruhm brachte. Jedes neue Feature, das Amazon in seinen Gründungsjahren auf den Markt brachte, wurde durch einen Mausklick von Rufus Pfote live geschaltet. Manch Manager agiert weniger erfolgreich.

Berechtigte Kritik von Katzenliebhabern

Es ist jedoch nur ein haltloses Gerücht, dass Firmenpleiten durch die Anschaffung eines Rettungshundes vermieden werden können. Dennoch ist der Bürohund der große Krisengewinner der Corona-Pandemie. Die Tatsache, dass es hunderte Millionen Beschäftigte weltweit ins Homeoffice verschlagen hat, hat Millionen von Hunden über Nacht zum Bürohund gemacht. Das macht aus dem Tag des Bürohundes eine Großveranstaltung von weltweiter Bedeutung. So viel Erfolg ruft naturgemäß die Kritiker auf den Plan. Berechtigter Vorwurf: Wo bleibt der Tag der Bürokatze?


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Schlagworte zum Thema:  Büroarbeitsplatz, Gesundheit