Homeoffice: Regelung, Voraussetzungen, Vereinbarung

Im Bundesarbeitsministerium gibt es Pläne für ein Gesetz, das Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf Homeoffice einräumt. Bisher sind solche Angebote durch Arbeitgeber noch die Ausnahme. Lesen Sie, welche Voraussetzungen Arbeitgeber bei der Vereinbarung von Homeoffice-Regelungen beachten müssen.

Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales plant ein gesetzlich verankertes Recht  für Arbeitnehmer auf Arbeit im Homeoffice. Das meldete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Danach müssten Unternehmen  Arbeitnehmern, die den Wunsch haben, von Zuhause aus zu arbeiten, dies grundsätzlich gewähren. Eine Ablehnung der Arbeit im Homeoffice müsse begründet werden, heißt es. 

Unternehmen bieten Arbeitnehmern bereits heute flexible Arbeitszeitmodelle - inklusive Homeoffice. Häufig ist für Arbeitnehmer mobiles Arbeiten aber noch die Ausnahme - entweder weil es im jeweiligen Beruf nicht möglich oder Homeoffice im Unternehmen allgemein nicht erwünscht ist. Das Arbeiten ist also noch lange nicht überall mobil und ortsunabhängig möglich. Deutschland bewegt sich hier gegen den EU-Trend und weist im europäischen Vergleich eine unterdurchschnittliche Nutzung von Homeoffice auf, wie Untersuchungen gezeigt haben.

Kein Anspruch auf Homeoffice - aber auch keine Pflicht

Immer noch fordern viele Unternehmen grundsätzlich die Präsenz ihrer Mitarbeiter. Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice, wie es ihn seit Juli 2015 zum Beispiel in den Niederlanden gibt, existiert in Deutschland nicht. Mitarbeiter können also grundsätzlich nicht einseitig vom Unternehmen verlangen, von zu Hause aus zu arbeiten. 

Allerdings reicht auch das Weisungsrecht des Arbeitgebers nicht so weit, einseitig und ohne Zustimmung des Mitarbeiters auf Homeoffice zu pochen. Es bedarf regelmäßig des Einvernehmens zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter. 

Manches Unternehmen rudert hier auch wieder zurück: So hat der IT-Konzern IBM 2017 die Möglichkeit von Homeoffice für viele Mitarbeiter drastisch reduziert. Der Grund: Nur die persönliche Zusammenarbeit bringe Innovation hervor. Auch bei SAP sind "100 Prozent Mobilarbeit nicht gewollt", erklärte Personalchef Cawa Younosi.

Was bei der Homeoffice-Regelung zu beachten ist

Zu jeder Zeit von jedem Ort aus für den Job verfügbar zu sein, ist aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung in vielen Bereichen möglich. Dies birgt die Gefahr, dass Arbeitszeitregelungen nicht beachtet werden. Aber auch im Homeoffice gilt das Arbeitszeitgesetz. § 5 ArbZG sieht zum Beispiel vor, dass Arbeitnehmer im Grundsatz "nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben" müssen. Auch sämtlichen Dokumentationspflichten zur Arbeitszeit müssen Arbeitgeber nachkommen – ein schwieriges Unterfangen, wenn der Mitarbeiter zumindest an bestimmten Tagen nicht im Betrieb ist. 

Für den Arbeitgeber ist eine Homeoffice-Regelung zudem meist mit größerem Aufwand verbunden, was Daten- oder Arbeitsschutz betrifft. Ebenso bereitet beispielsweise die Unterscheidung zwischen häuslichem und Betriebsunfall größere Schwierigkeiten und ist stark von den Umständen des Einzelfalls abhängig.

Homeoffice-Regelung besser mit schriftlicher Homeoffice-Vereinbarung

Wenn Arbeitgeber und Mitarbeiter sich einig sind, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten, sollten im Vorfeld konkrete Rahmenbedingungen zur Arbeit am Homeoffice-Arbeitsplatz getroffen werden. Vermutlich bedarf es keiner ausführlichen schriftlichen Vereinbarung, wenn Mitarbeiter vereinzelt Mails oder kurze Telefonate von zu Hause führen. Sind aber feste Zeiten im Homeoffice vorgesehen, sind klare Vereinbarungen generell zum zeitlichen Umfang, zur Erreichbarkeit am heimischen Arbeitsplatz oder auch zur Übertragung der Dokumentationspflicht auf den Mitarbeiter sinnvoll, um Konflikten vorzubeugen.

Technische Voraussetzungen für Homeoffice müssen stimmen

Auch die technischen Voraussetzungen sollten geklärt sein. Dazu erhalten Sie hier einige Tipps für Telearbeitsplätze. Sind solche Vereinbarungen getroffen, bedeutet das aber auch, dass Arbeitgeber eine vereinbarte alternierende Telearbeit nicht ohne weiteres einseitig beenden können. Das entschied zumindest das LAG Düsseldorf, da in dem konkreten Fall das Arbeitnehmerinteresse nicht berücksichtigt und der Betriebsrat nicht beteiligt wurde. Alternierende Telearbeit besteht, wenn ein Mitarbeiter nicht ausnahmslos im Homeoffice arbeitet, sondern sich seine Arbeitsleistung zwischen dem heimischen Arbeitszimmer und dem Betrieb aufteilt.

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Schlagworte zum Thema:  Homeoffice, Telearbeit