Gleichstellung: Beamtenbund fordert mehr Frauenförderung

Die Beförderungspraxis im öffentlichen Dienst wird daraufhin untersucht, ob Frauen benachteiligt sind. Beamtenbund-Präsident Staude mahnt nun die Vorlage der Ergebnisse an und sieht Handlungsbedarf bei der Frauenförderung.

Der Deutsche Beamtenbund (DBB) erhöht den Druck auf Gleichstellungsministerin Ina Scharrenbach (CDU), die Beförderungspraxis im öffentlichen Dienst auf den Prüfstand zu stellen. «Wir werden die Ministerin kontaktieren, und es wäre gut, wenn erste Ergebnisse bis Mitte November vorliegen würden, damit wir sie dann in unseren Gremien diskutieren können», sagte Verbandspräsident Roland Staude. Im Gleichstellungsministerium hieß es dazu, die Ministerin arbeite daran und werde in Kürze erste Ergebnisse präsentieren.

Ungleichheit soll analysiert werden

Scharrenbach hatte in einem Interview angekündigt, die Kriterien, die für eine Beförderung im öffentlichen Dienst ausschlaggebend sind, genau zu untersuchen. Das sollte eigentlich bis Ende September abgeschlossen sein. Sie hatte jedoch in Zweifel gezogen, ob es überhaupt Ungerechtigkeiten bei der Beförderung gibt: «Wir sind dabei, die Beurteilungsrichtlinien zu evaluieren. Das soll im September 2018 abgeschlossen sein. Dabei kann aber auch herauskommen, dass es keine offenkundigen Ungleichbehandlungen gibt. Und dann braucht es auch keine Dienstrechtsreform.»

Beamtenbund: Zu wenig Frauen in Führungspositionen

Beamtenbund-Präsident Staude erwiderte: «Diesen Schluss ziehen wir nicht.» Aus seiner Sicht besteht Handlungsbedarf, gerade bei der Frauenförderung: «Die Zahlen zeigen, dass sehr viele Frauen in den Einstiegsämtern beginnen. Je weiter es in der Hierarchie nach oben geht, desto geringer ist der Frauenanteil. Frauen bleiben auf der Karriereleiter stecken.»

dpa
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