| TVL-Tarifrunde 2015

Gewerkschaften stimmen auf Warnstreiks im öffentlichen Dienst ein

Gewerkschaften fordern bei TV-L-Tarifverhandlungen 5,5 Prozent Gehaltserhöhung.
Bild: MEV-Verlag, Germany

In Potsdam gehen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder heute weiter. Ein Durchbruch wird noch nicht erwartet, da die Positionen von Gewerkschaften und Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) am Donnerstag noch weit auseinanderlagen.

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund (dbb) fordern im Kern 5,5 Prozent höhere Entgelte, mindestens aber 175 EUR mehr, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. 100 EUR pro Monat mehr soll es für Auszubildende geben.

Die Länder halten das für nicht bezahlbar. Verhandelt wird für rund 800.000 Angestellte, Auszubildende und Praktikanten der Länder außer Hessen, das nicht in der TdL ist. Für März ist eine weitere Verhandlungsrunde angesetzt. Zuvor könnte es zu Warnstreiks kommen, laut dem Beamtenbund (dbb) bereits in der kommenden Woche.

Gewerkschaften kündigen Streiks an

Die Gewerkschaften stimmen die Bevölkerung auf Warnstreiks im öffentlichen Dienst der Länder ein. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte: «Da ist eine Menge potenzieller Sprengstoff drin.» So wolle die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge verschlechtern, die im öffentlichen Dienst flächendeckend greift.

Der Verhandlungsführer des dbb, Willi Russ, kündigte an, Warnstreiks stünden kommende Woche an, falls keine deutlichen Verhandlungsfortschritte zu sehen seien. «Wir werden natürlich sehr stark den Straßenbetriebsdienst aufrufen, aber wir sind genauso auch aktionsfähig in den Kliniken im Land, und wir haben 200.000 Lehrkräfte, die nicht verbeamtet sind, und die mehr sind, als eine stille Reserve.»

Arbeitgeberverhandlungsführer setzt auf Paket-Lösung

Der Chef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), sagte: «Ich setze auf Sachlichkeit.» Es sollten Lösungen gefunden werden für die Eingruppierung der angestellten Lehrer in die Tarifordnung, die Zukunft der betrieblichen Altersvorsorge und die Entgelt-Entwicklung allgemein. «Ich setze da auf ein Paket.»

Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung, TV-L, Warnstreik, Gewerkschaft

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