23.09.2011 | Personal & Tarifrecht

Fristlose Kündigung von Lehrer wegen Schlägen unwirksam

Das Landesarbeitsgericht in Halle hat die fristlose Kündigung eines Lehrers aus Staßfurt, der eine Schülerin ins Gesicht geschlagen haben soll, für unwirksam erklärt.

Es bestätigte damit eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Magdeburg vom Oktober 2010, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Dagegen hatte das Land Berufung eingelegt.

Dem Sekundarschullehrer war nach dem Vorfall den Angaben zufolge am 8. März 2010 gekündigt worden. Die Mutter der 15-Jährigen hatte ihn wegen Körperverletzung angezeigt. Der Lehrer hatte erklärt, dass er von der Achtklässlerin verbal und tätlich angegriffen worden sei. Er habe dann aus einem «Schutzreflex» heraus zurückgeschlagen und sie unbeabsichtigt im Gesicht getroffen.

Das Landesarbeitsgericht kam zu der Auffassung, dass sich der Mann in einer besonderen Situation befunden habe, die zu eskalieren drohte. Es habe elf Zeugen - Lehrer und Schüler - befragt. «Zudem konnte letztendlich nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei der Handlung des Lehrers um einen Reflex handelte», teilte der Gerichtssprecher weiter mit.

Über die Berufung zu der am 27. August 2010 vom Land gegen den Lehrer ausgesprochenen ordentlichen, fristgerechten Kündigung entschied das Landesarbeitsgericht noch nicht. Ein Termin dafür stehe noch nicht fest, hieß es.

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