15.03.2017 | Fachkräftemangel in der Pflege

Flüchtlinge sollen leichter in Pflegeberufen eingesetzt werden können

Fachkräftemangel in der Alten- und Krankenpflege soll durch eine Lockerung der Duldungsregeln für Flüchtlinge verringert werden
Bild: Corbis

Der Fachkräftemangel in der Alten- und Krankenpflege soll durch eine Lockerung der Duldungsregeln für Flüchtlinge verringert werden. Das Land Baden-Württemberg schlägt vor, dass Flüchtlinge, die eine Ausbildung als Pflegehelfer machen, einen sicheren Aufenthaltsstatus erlangen.

Auszubildende in Helferberufen sollten während der einjährigen Lehre und einer anschließenden Tätigkeit im Beruf nicht abgeschoben werden können, erläuterte Integrationsminister Manfred Lucha (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Bislang gilt eine ähnliche Regelung nur für qualifizierte zwei- oder dreijährige Ausbildungsberufe, an die sich eine zweijährige Berufstätigkeit anschließt. Einen entsprechenden Antrag will Lucha der am Donnerstag beginnenden Konferenz der Integrationsminister in Friedrichshafen vorlegen. Wie lange die Helfer nach der Ausbildung noch sicher in ihrem Beruf arbeiten dürfen, wird bei der Konferenz festgelegt. Bei Übereinstimmung mit den Kollegen werde entschieden, wie man das Thema weiter vorantreibe, etwa in Form einer Bundesratsinitiative. Lucha zeigte sich zuversichtlich: «Das machen alle mit.»

Personallücke in Pflegeberufen für das Jahr 2025 bei 200.000 unbesetzten Stellen

Eine Lockerung der bisherigen Regelung sei wirtschaftspolitisch sinnvoll, betonte der Minister. Er höre aus der Wirtschaft und von sozialen Trägern: «Es gibt freie Stellen, wir wollen gerne Geflüchtete ausbilden – aber wir brauchen eine sichere Rechtslage und klare Perspektiven, damit die Menschen ihre Ausbildung nicht mittendrin abbrechen und Deutschland verlassen müssen.» Nach Prognosen liegt die Pflegepersonallücke für das Jahr 2025 bundesweit bei bis zu 200 000 unbesetzten Stellen.

Schlagworte zum Thema:  Krankenhaus TVöD, Pflegeberuf, Flüchtlinge

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