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Erste Verhandlungsrunde für die Krankenhausärzte ohne Annäherung

Am 13. September 2011 hat die Tarifrunde zum TV-Ärzte/VKA begonnen. Diese erste Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Eine Annäherung konnte nicht erzielt werden. Die Verhandlungen sollen am 18. Oktober 2011 und am 27. Oktober 2011 in den Verhandlungskommissionen sowie am 21./22. November 2011 unter Beteiligung des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen fortgesetzt werden.

VKA: Forderungen sind zu hoch

„Die Forderungen des Marburger Bundes und die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Krankenhäuser liegen einfach zu weit auseinander“, so Joachim Finklenburg, Verhandlungsführer der VKA für die Krankenhäuser. „Den Forderungen nach insgesamt 9,5 Prozent Gehaltssteigerung steht eine Erhöhung der Krankenhauseinnahmen von nur 0,9 Prozent im laufenden Jahr gegenüber. Diese beiden Zahlen machen das Spannungsfeld der Verhandlungen deutlich.“

Marburger Bund fordert Gehaltserhöhungen

Der Marburger Bund fordert eine lineare Gehaltserhöhung von 6 Prozent. Der Marburger Bund begründete diese Forderung insbesondere mit der Anzahl offener Stellen von Ärztinnen und Ärzten in kommunalen Krankenhäusern.

Die Arbeitgeber wiesen diese Forderung als unfinanzierbar zurück. Durch die Grundlohnrate, die für 2011 nur 0,9 Prozent beträgt, ist die Krankenhausfinanzierung insgesamt gedeckelt. Weitere Kostensteigerungen werden nicht refinanziert und müssten durch Einsparungen an anderen Stellen ausgeglichen werden. Die Arbeitgeber wiesen ferner darauf hin, dass die Zahl der in kommunalen Krankenhäusern beschäftigten Ärztinnen und Ärzte noch nie so hoch war wie derzeit.

Marburger Bund: Bereitschaftsdienst soll besser bezahlt werden

Die Forderung, die Bereitschaftsdienstentgelte um ca. 16 bis 25 Prozent zu erhöhen, begründete der Marburger Bund mit der Arbeitsbelastung der Ärztinnen und Ärzte im Bereitschaftsdienst.

Die Arbeitgeber wiesen diese Forderungen unter dem Hinweis darauf zurück, dass die Bereitschaftsdienstbezahlung bereits im Rahmen der Tarifrunde 2010 um 20 bis 26 Prozent erhöht wurde. Eine erneute deutliche Erhöhung der Bereitschaftsdienstentgelte könne daher nicht finanziert werden. Der Bereitschaftsdienst, bei dem die Inanspruchnahmezeit höchstens 49 Prozent betragen darf, dürfe nicht genauso wie Vollarbeitszeit bezahlt werden.

„Mit seinen Forderungen zum Bereitschaftsdienst stellt sich der Marburger Bund insbesondere gegen die kleineren Krankenhäuser und Abteilungen, die eine Verknappung beim Bereitschaftsdienst nicht kompensieren könnten“, so VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann. „Die Bereitschaftsdienstvergütung der kommunalen Krankenhäuser liegt bereits jetzt in Deutschland an der Spitze.“

Die Forderung des Marburger Bundes, den Bereitschaftsdienst auf maximal vier Dienste im Monat zu begrenzen, führt nach Auffassung der Arbeitgeberseite in vielen Bereichen, insbesondere in kleineren Häusern bzw. Abteilungen, de facto zur Abschaffung des Bereitschaftsdienstes.

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