07.04.2015 | Sozial- und Erziehungsdienst

Erneut Warnstreiks in Kindertagesstätten

Beschäftigte im Erziehungsdienst fordern höhere Gehalt und bessere Eingruppierung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Gewerkschaft Verdi will am Dienstag erneut Kindertagesstätten in Niedersachsen und Hamburg bestreiken.

Nach Gewerkschaftsangaben sind zudem Demonstrationen und eine Kundgebung in Hannover geplant. Dazu werden Streikende aus Nordniedersachsen, den Landkreisen Lüneburg, Hildesheim, Hameln-Pyrmont, Holzminden und aus Hannover erwartet.  Vom Arbeitskampf in Hamburg betroffen seien Einrichtungen, die Mitglied im Hamburger Arbeitgeberverband AVH (Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg) sind.

Gewerkschaft fordert neue Eingruppierung

Die Gewerkschaften Verdi und GEW fordern eine bessere Eingruppierung und damit Bezahlung von 240.000 Kinderpflegern, Erziehern und Sozialarbeitern in kommunalen Einrichtungen. Verdi spricht von einer Einkommensverbesserung von rund zehn Prozent. Indirekt sollen von einem Tarifergebnis auch mehr als 500.000 Beschäftigte bei freien und kirchlichen Trägern profitieren, da Tarifverträge hier übernommen werden oder als Orientierung dienen. Die Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände wies pauschale Erhöhungen wiederholt zurück.

Anforderungen in Kitas sind gestiegen

Dabei seien die pädagogischen Anforderungen im Sozial- und Erziehungsdienst signifikant gestiegen, sagte Bsirske. Erzieher müssten Bildungspläne für jedes Kind aufstellen, Eltern- und Integrationsarbeit leisten. «Dieser Bereich wird wichtiger für die frühkindliche Bildung, für die Chancenentwicklung, für die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund, für die Inklusion.»

Das Argument fehlender Finanzen bei den kommunalen Arbeitgebern will Bsirske nicht gelten lassen. Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen seien deutlich gestiegen - und das setze sich nach allen Prognosen in den nächsten Jahren fort. «Wenn wir solche Argumente in dieser Situation akzeptierten, könnten wir uns mit der Aufwertung der sozialen Berufe gleich auf zwei bis drei Jahrzehnte vertagen. Das können wir uns gesellschaftlich nicht leisten», sagte der Verdi-Chef.

In dem Tarifkonflikt hatte es zuletzt mehrfach Warnstreiks in Kitas, Behindertenwerkstätten und Jugendhilfe-Einrichtungen gegeben. Die nächsten Tarifgespräche sind am kommenden Donnerstag (9. April) in Düsseldorf geplant.

Schlagworte zum Thema:  Kindergarten, Warnstreik, Erzieher

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