28.12.2015 | Thüringen

Einstellung von Lehrern an Thüringens Schulen

Thüringen stellt 2016 zahlreiche Lehrer ein.
Bild: Haufe Online Redaktion

Thüringens Schulen bereiten sich auf einen weiteren Schwung neuer Lehrer vor. 210 Pädagogen werden nach Angaben des Bildungsministeriums Anfang Februar ihren Dienst antreten. Lehrer werden in Thüringen nicht verbeamtet.

Für die ausgeschriebenen Stellen lagen bis kurz vor Weihnachten knapp 1.500 Bewerbungen vor. Thüringen gehört zu den wenigen Bundesländern, die zweimal im Jahr Lehrer einstellen: zu Beginn des Schuljahres im Sommer und nach den Winterferien im Februar. «Im Sommer ist der Wettbewerb um Lehrkräfte größer», erklärte der Sprecher des Bildungsministeriums.

Hohe Zahl von Neueinstellungen

Insgesamt will das Land im nächsten Jahr 500 Lehrern einen unbefristeten Arbeitsvertrag anbieten und damit so vielen wie 2015. Das sieht der Doppelhaushalt für 2016 und 2017 vor. Übernächstes Jahr sind es dann noch einmal 500 neue Lehrkräfte, die an die Schulen geholt werden, weil Pädagogen in den Ruhestand gehen. Der Lehrerverband hält die Zahl von 700 bis 800 Lehrern für realistisch, die pro Jahr aus Altersgründen ausscheiden. Der Landesvorsitzende Rolf Busch spricht deshalb anders als das Land nicht von Neueinstellungen, sondern von Ersatzeinstellungen.

Vertretungsreserve soll Unterrichtsausfälle vermeiden

«Es wird immer schwerer, bestimmte Fächerkombinationen zu besetzen», erklärte Busch. Damit steige das Risiko von Unterrichtsausfällen. Das Ministerium hat deswegen eine Vertretungsreserve aufgebaut, die dann einspringt, wenn Lehrer ausfallen. Die den Schulämtern zugewiesenen 100 Stellen sind laut dem Ministerium bereits zu 97 Prozent realisiert. Dabei handelt es sich um befristete Arbeitsverträge.

Keine Verbeamtung von Lehrern in Thüringen

Nach Ansicht von Busch hat es Thüringen im Werben um neue Lehrer schwerer, weil es seine Pädagogen nicht verbeamtet. In Bayern erhalten Lehrer zum Beispiel einen Beamtenstatus. Ob dieser künftig in Thüringen wieder verliehen wird, ist offen: Die Landesregierung sei in dieser Frage noch in der Meinungsbildung, sagte der Sprecher. «Mehr wohnortnahe Einstellungen könnten eine weitere Möglichkeit sein, um Thüringen für Lehrer interessanter zu machen», schlug Busch vor. 80 Kilometer lange Anfahrtswege zur Schule schreckten viele ab.

Neue Anforderungen durch Integration von Flüchtlingen

Die Personalsituation ist nicht die einzige Sorge des Bildungsministeriums: Mit dem Flüchtlingszustrom steigt auch die Zahl vor Armut und Krieg geflohener Schüler. Derzeit wird den Angaben zufolge erfasst, wie viele Flüchtlingsschüler an Schulen lernen. Anfang des Schuljahres wurden landesweit rund 5.100 ausländische Kinder und Jugendliche gezählt. Aktuelle Statistiken sollen in den nächsten Wochen vorliegen. Für Flüchtlingskinder besteht ab dem dritten Monat Schulpflicht.

Die demnächst vorliegende aktuelle Zahl dürfte dem Ministerium dennoch nur bedingt Planungssicherheit geben: «Wir können nicht genau sagen, auf wie viele Flüchtlinge wir uns dauerhaft einstellen müssen», gab Bildungsministerin Birgit Klaubert (Linke) zu bedenken. Unklar sei etwa, wie viele Flüchtlinge in Thüringen bleiben, weil sie entweder in andere Länder ziehen oder abgeschoben werden.

In Thüringen können derzeit fast .1030 Lehrer Deutsch als Zweitsprache unterrichten und sind damit für den Unterricht mit Flüchtlingen besonders geeignet. Thüringen will in den nächsten zwei Jahren insgesamt 100 weitere Lehrkräfte in diesem Fach einstellen. In den vergangenen Monaten wurden bereits 50 solcher Stellen geschaffen.

Schlagworte zum Thema:  Thüringen, Schule, Lehrer, Einstellung

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