16.04.2015 | Hessen

Einigung für öffentlichen Dienst - Gehaltsplus in zwei Stufen

Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst in Hessen ist beigelegt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach ihren Kollegen in den anderen Bundesländern bekommen auch die rund 45 000 Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hessen mehr Geld.

Nach einem Verhandlungsmarathon über rund 13 Stunden einigten sich die Tarifpartner auf eine Erhöhung in zwei Stufen. Wie Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch in Dietzenbach (Kreis Offenbach) mitteilte, werden die Gehälter rückwirkend ab dem 1. März 2015 um 2 Prozent pro Monat angehoben. Ab dem 1. April 2016 steigen sie um weitere 2,4 Prozent, für bestimmte Gruppen um mindestens 80 Euro.

Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Die Gewerkschaft Verdi hatte 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber ein Plus von 175 Euro gefordert.

Beuth sprach von «einem maßgeschneiderten hessischen Tarifvertrag». Das Ergebnis sei «fair und ausgewogen». Auf die rund 95 000 Beamten im Land könne das Ergebnis aber nicht übertragen werden. Das lasse auch die Schuldenbremse nicht zu.

Die Gewerkschaften - neben Verdi etwa auch die IG BAU und die GEW - zeigten sich mit dem Ergebnis zufrieden. «Wir haben einen schwierigen, aber vertretbaren Kompromiss erkämpft», meinte der Verhandlungsführer des dbb Beamtenbundes, Willi Russ. Auch Verdi meinte, Hessen halte mit dem Tarifvertrag Anschluss an die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst der übrigen Bundesländer. Die GEW forderte wie andere Gewerkschaften auch eine Übernahme des Abschlusses für die Beamten.

Hessen verhandelt eigenständig für seine Beschäftigten, da es 2004 aus der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ausgetreten ist. Für die anderen Bundesländer war Ende März eine Einigung erzielt worden. Die insgesamt rund 800 000 Angestellten bekommen demnach - ebenfalls in zwei Schritten - 4,61 Prozent mehr Geld. Rückwirkend zum 1. März 2015 steigen die Gehälter um 2,1 Prozent. Im kommenden Jahr kommen noch einmal 2,3 Prozent drauf, mindestens aber 75 Euro. Auch dieser Tarifvertrag läuft über 24 Monate.

«Wir haben nicht vor, in die TdL zurückzukehren», erwiderte Beuth auf entsprechende Appelle der Gewerkschaften. Eigenständige Verhandlungen erlaubten eigene Schwerpunkte. In Hessen werde schon immer auf die Familienfreundlichkeit geachtet, so etwa mit einer Kinderzulage von bis zu 150 Euro im Monat. Nun komme unter anderem noch das Ehrenamt hinzu. Wer sich nachweislich freiwillig engagiere, bekomme dafür im Jahr einen freien Tag.

Vor Beginn der zweiten Verhandlungsrunde am Dienstagnachmittag hatten in Wiesbaden am Montag mehrere tausend Teilnehmer bei einer Kundgebung demonstriert. Zugleich beteiligten sich an einem landesweiten Warnstreik rund 5000 Beschäftigte.

Schlagworte zum Thema:  Tarifverhandlung, Hessen

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