26.08.2013 | Dienstunfall

Sprung eines älteren Polizisten über Jägerzaun ist kein Dienstunfall

Ab 50 Jahren ist Vorsicht bei der Verfolgung von Straftätern geboten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Unfall eines 59-jährigen Polizisten beim Sprung über einen Jägerzaun wurde nicht als Dienstunfall angesehen. In seinem Alter hätte er auf diese Verfolgungsaktion verzichten müssen, so das Verwaltungsgericht.

Verletzt sich ein Polizist während der Jagd auf einen Verdächtigen beim Sprung über einen Zaun, dann gilt der Vorfall unter Umständen nicht als Dienstunfall. Besonders Beamte jenseits der 50 Jahre befänden sich in einem Risikoalter und müssten sich gut überlegen, ob sie einen solchen Sprung wagen, entschied das Verwaltungsgericht Mainz (Urteil vom 23.8.2013, 4K1016/12).

Ein 59 Jahre alter Kriminalbeamter scheiterte mit seiner Klage. Er wollte einen Riss der Achillessehne 2009 als Dienstunfall anerkennen lassen und verlangte Leistungen in Höhe von 1.300 EUR pro Monat. Er hatte von der Terrasse eines Restaurants beobachtete, wie ein sichtlich betrunkener Mann beim Ausparken einen Wagen streifte. Beim Sprung über den niedrigen Jägerzaun zog er sich die Sehnenverletzung zu, in deren Folge es zu Komplikationen und für ihn Ende 2010 zur Versetzung in den Ruhestand kam. Ein Arzt hatte dem Mann zudem attestiert, dass die Achillessehne schon vorher geschädigt gewesen sei.
Die Richter werteten den Unfall jedoch als «individuelles Lebensschicksal». Zuvor hatte das Land die Forderung des Klägers abgelehnt. Allerdings nicht, weil der Beamte in seiner Freizeit einem Verdächtigen nachgerannt war. Grund sei vielmehr, dass nach dem Beamtenversorgungsgesetz bei Menschen über 50 davon auszugehen sei, dass im Körper bereits degenerative Prozesse stattfänden.



Schlagworte zum Thema:  Verletzung, Dienstunfall, Polizei

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