11.11.2015 | Befristete Arbeitsverhältnisse

DGB verlangt Nachbesserung bei Gesetzesreform für Hochschulnachwuchs

Wissenschaftler sollen an Hochschulen verlässlichere Arbeitsbedingungen vorfinden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Vor der Anhörung im Bundestag zur Gesetzesreform für den Hochschulnachwuchs erhöht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Druck auf die Koalition, ihre Pläne nachzubessern.

«Die Bundesregierung muss eine konkrete verbindliche Mindestlaufzeit für die Zeitverträge verankern», sagte die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack. Sie schlug «mindestens drei Jahre» vor. «Und es muss sichergestellt sein, dass die eigene wissenschaftliche Qualifizierung mindestens zur Hälfte in der vertraglich festgelegten Arbeitszeit stattfinden muss.»

90 Prozent der Mitarbeiter an Hochschulen sind befristet beschäftigt

Hannack verwies darauf, dass rund 90 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter an deutschen Hochschulen nur einen befristeten Arbeitsvertrag hätten. «Mehr als die Hälfte dieser Verträge hat eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Diese Hire-and-Fire-Mentalität schadet den Hochschulen und Forschungseinrichtungen», denn so bleibe «die Kontinuität und damit die Qualität der Arbeit auf der Strecke». Daher sei eine durchgreifende Reform des 2007 eingeführten Wissenschaftszeitvertragsgesetzes überfällig.

Der im Bundestags-Forschungsausschuss zur Diskussion stehende Gesetzentwurf von CDU/CSU und SPD sei «ein erster, wichtiger Schritt auf diesem Weg», sagte die DGB-Vizechefin. Die Novelle von Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU) war vorige Woche in erster Lesung im Bundestag, noch im Dezember soll sie vom Parlament verabschiedet werden. Vor allem geht es um verlässlichere Karrierewege für Wissenschaftler unterhalb der Professoren-Ebene und um eine Eindämmung der oft nur sehr kurzfristigen Zeitverträge.

Hochschulrektoren: Befristungen für Projekte sollten weiter möglich sein

Die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wandte sich gegen einen «vollständigen Wegfall von Befristungsmöglichkeiten für das nicht-wissenschaftliche und nicht-künstlerische Personal in Drittmittelprojekten an Hochschulen». Dies sähen die Pläne der Bundesregierung allerdings vor. Es gebe jedoch «projektbedingte nicht-wissenschaftliche Aufgaben, die nach Ende eines Projekts entfallen, so dass eine Dauerbeschäftigung des entsprechenden Fachpersonals nicht sinnvoll möglich ist». Mit den vorgesehenen Regelungen für das wissenschaftliche Personal zeigte sich die HRK-Mitgliederversammlung grundsätzlich zufrieden.

Schlagworte zum Thema:  Gewerkschaft, Befristetes Arbeitsverhältnis, Gesetz, Hochschule, Wissenschaft

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