23.09.2016 | Polizei

Bewerberin für Polizeidienst darf nicht wegen Brustimplantaten abgelehnt werden

Brustimplantate führen nicht automatisch zu einem erhöhten Verletzungsrisiko
Bild: Arno Bachert ⁄

Brustimplantate sind kein Grund, einer Bewerberin die Einstellung in den Polizeivollzugsdienst zu verweigern. Das hat das Verwaltungsgericht München in einem Eilverfahren entschieden.

Eine Bewerberin für den Polizeivollzugsdienst hatte sich aus kosmetischen Gründen zwei Brustimplantate einsetzen lassen. Aus diesem Grund hatte die Personalstelle des Polizeipräsidiums München die Einstellung abgelehnt. Nach Ansicht des Polizeiarztes war die gesundheitliche Eignung für den Polizeivollzugsdienst nicht gegeben. Insbesondere beim Selbstverteidigungstraining und bei gefährlichen Einsätzen seien Beschädigungen der Implantate zu befürchten.

Kein erhöhtes Verletzungsrisiko nachgewiesen

Das Verwaltungsgericht hat im Eilverfahren entschieden, dass der Freistaat Bayern die Bewerberin vorläufig (bis zu gerichtlichen Entscheidung über die Klage) in den Vorbereitungsdienst eingestellt werden muss.

Es folgt damit der Stellungnahme eines plastischen Chirurgen. Danach bestehe bei der Bewerberin kein erhöhtes Verletzungsrisiko im Polizeidienst, da die verwendeten Implantate aus schnittfestem, hochmodernen Implantatmaterial hergestellt seien und die Implantate unterhalb der Muskeln platziert seien. Demgegenüber ist die Bewertung des Polizeiarztes nach Ansicht des Verwaltungsgerichts zu pauschal und lässt die konkrete ärztliche Behandlung sowie den individuellen Heilungsverlauf der Antragstellerin unberücksichtigt. Hierdurch sei die fehlende gesundheitliche Eignung nicht ausreichend nachgewiesen, nämlich, dass bei der Bewerberin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Frühpensionierung oder erhebliche Ausfallzeiten zu befürchten seien.

(Verwaltungsgericht München, Beschluss vom 21.9.2016, M 5 E 16.2726)

Schlagworte zum Thema:  Polizei, Einstellung, Beamte

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