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Landesverwaltung Brandenburg wirbt um Nachwuchs

Gesucht werden vor allem IT-Fachkräfte und Polizeibeamte.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Angesichts einer steigenden Zahl von Ruheständlern und einer langfristig sinkenden Zahl von Schulabgängern wirbt Brandenburgs Regierung aktiv um geeigneten Nachwuchs für die Landesverwaltung.

In diesem Jahr gingen rund 700 Landesbedienstete in den Ruhestand, im Jahr 2022 würden es bereits fast 1900 sein, berichtete Innenstaatssekretärin Katrin Lange.

Neuer Studiengang für den gehobenen Dienst

«20 Jahre nach der Schließung der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung startet im September daher wieder ein Studiengang für den gehobenen Dienst an der Technischen Hochschule Wildau», sagte Lange. Dort starten 65 Studierende ihre Beamtenlaufbahn.

«Die letzten Jahre waren davon geprägt, dass Stellen abgebaut wurden», räumte Lange ein. Unterdessen alterte die Belegschaft beträchtlich. Der Altersdurchschnitt wuchs seit 2004 um 5 Jahre auf nunmehr fast 50 Jahre. «Man hat sich mit Fremdeinstellungen lange Zeit bei anderen Ländern bedient», sagte Lange. «Es ist höchste Zeit, das zu ändern.» Daher wollen das Land und Gewerkschaften nun eine Werbekampagne für beruflichen Nachwuchs in den Amtsstuben starten. Für den mittleren Dienst soll von 2019 an die Ausbildung an der Landesakademie in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) wieder aufgenommen werden.

IT-Kräfte fehlen

«Wir haben zunehmend Schwierigkeiten, fachlich geeignetes Personal zu finden», berichtete auch der Vorsitzende des Brandenburger Landkreistages, Wolfgang Blasig (SPD). Dies betreffe noch weniger die allgemeine Verwaltung als den technischen Bereich. «Mit zunehmenden E-Government wird es da schon eng», sagte Blasig. «Da ist die Konkurrenz mit der freien Wirtschaft deutlich zu spüren.» Der Landrat zitierte einen dem Alten Fritz zugeschriebenen Satz, der Nachwuchs überzeugen könnte: «Der Rock des Beamten ist eng, aber warm.»

Personalengpässe bei der Polizei

Besonders prekär ist die Lage bei der Polizei: Denn von den rund 4.000 Ruheständlern in den Jahren 2017 bis 2020 arbeiten 1.500 im Geschäftsbereich des Innenministeriums und davon der größte Teil bei der Polizei. Zudem hat die Landesregierung die Mindeststärke der Polizei wieder auf gut 8.200 Beamte aufgestockt, nachdem sie zuvor auf 7.000 gesenkt werden sollte. Daher wurde die Zahl der rund 100 Polizeianwärter pro Jahr auf 350 Ausbildungsstellen aufgestockt.

Da auch die anderen Länder und der Bund händeringend nach neuen Polizisten suchen, wirbt die Brandenburger Polizei auch im Nachbarland Polen um Nachwuchs, bisher jedoch mit begrenztem Erfolg. «Im vergangenen Jahr konnten wir dort drei Anwärter gewinnen», sagte der Präsident der Fachhochschule der Polizei, Rainer Grieger. Die Haupthürde sei die Amtssprache Deutsch. «Daher bekommen diese Anwärter einen Intensivkurs in "Polizeideutsch"», berichtete Grieger.

Schlagworte zum Thema:  Brandenburg, Verwaltung, Einstellung, Personal

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