23.04.2013 | Berlin

Lehrer streiken und fordern Lohnausgleich

Angestellte Lehrer führen wegen Streiks keine Abituraufsicht.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ausgerechnet am Tag von Abiturprüfungen treten angestellte Lehrer in Berlin heute, am Dienstag, 23.4., in den Ausstand. Rund 8.000 der etwa 28.000 Lehrer in Berlin sind zum Warnstreik aufgerufen.

Aus Sicht der Gewerkschaft müssen die Abiturienten trotzdem keine Angst um ihre Prüfungen haben. Die Lehrer im Beamtenstatus könnten die Klausuraufsicht übernehmen, sagte die GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik im Vorfeld. Es liege an der Schule, dies entsprechend zu organisieren.
Die Schüler schreiben während des Warnstreiks Abiturklausuren im Leistungskurs Biologie, für den mittleren Schulabschluss wird die erste Fremdsprache geprüft. Zum Warnstreik mit Fahrrad-Sternfahrt und Kundgebung vor der Finanzverwaltung erwartet die GEW etwa 1.000 angestellte Lehrer.

Lehrer fordern tarifliche Eingruppierung

Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft die Landesregierung zu Tarifverhandlungen bewegen. Sie fordert unter anderem eine tarifliche Eingruppierung für angestellte Lehrkräfte. Der Einkommensunterschied zwischen Angestellten und Beamten soll ausgeglichen werden. Außerdem sollen Regelungen zur altersgerechten Arbeitszeit festgeschrieben werden. Diese Punkte waren beim bundesweiten Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst im März nicht geregelt worden.

Arbeitgeber: Fragen müssen von der Tarifgemeinschaft der Länder geklärt werden

Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) hat Verhandlungen nach Darstellung der GEW bisher mit dem Argument verweigert, diese Fragen müssten in der Tarifgemeinschaft der Länder geklärt werden. Stattdessen stellte er am Montag ein Maßnahmenbündel vor, das den Lehrern teilweise entgegenkommt: Unter anderem sollen ältere Kollegen einige Stunden weniger arbeiten.
Das ist der Gewerkschaft jedoch nicht genug. Sollte Nußbaum nicht ernsthaft an den Verhandlungstisch treten, will die GEW den Warnstreik am Prüfungstag lediglich als Auftaktveranstaltung verstehen. Danach soll über einen Streikaufruf für die gesamten dritte Maiwoche entschieden werden.

Schlagworte zum Thema:  Lehrer, Schule, Schüler, Berlin, Streik, Angestellte

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