| Schwerbehinderte

Behinderter darf auf eigenen Wunsch bis 68 arbeiten

Schwerbehinderter darf nun doch länger arbeiten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ein schwerbehinderter Mann aus Neckarsulm will auch über das 65. Lebensjahr hinaus weiter arbeiten - und darf das nach dem Gang vor ein Gericht nun auch.

Bis zum Ende des Monats, in dem er 68 Jahre alt wird, könne er in einer Heilbronner Werkstätte für Behinderte tätig sein, wie der Landkreis und der Anwalt des Mannes in einem Vergleich vor dem Sozialgericht Heilbronn besiegelten. Das teilte die Behörde am Mittwoch, einen Tag nach der mündlichen Verhandlung, mit.

Der heute 66-Jährige hatte als Baby eine Hirnhautentzündung und ist seither schwerbehindert. Seit 2003 führt er in der Werkstatt Kontroll- und Montagetätigkeiten durch. Monatlich zahlte der Sozialhilfeträger dafür 1150 Euro. Der Landkreis Heilbronn war der Ansicht, mit 65 stehe nicht mehr der Beruf im Mittelpunkt, man könne allenfalls anteilig die Kosten eines Aufenthalts in einer Begegnungsstätte für behinderte Senioren übernehmen.

Der Mann wollte aber in der Werkstatt bleiben und klagte. Vor Gericht sagte die Geschäftsführerin, der 66-Jährige sei in «herausragender körperlicher und psychischer Verfassung». Die Arbeit gebe ihm Halt. Das Gericht riet zu dem Vergleich. Bis Ende Oktober 2016 zahlt der Landkreis Heilbronn nun weiter für die Werkstatt (Sozialgericht Heilbronn, Urteil v. 11.6.2015, S 11 SO 1820/14).

Schlagworte zum Thema:  Schwerbehinderte, Arbeitszeit

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