20.04.2012 | Baden-Württemberg

Tarifkonflikt bei Unikliniken verschärft

Bild: Haufe Online Redaktion

Der Tarifkonflikt an den Unikliniken im Land spitzt sich zu. Die Verhandlungen für die 25 000 nicht-ärztlichen Beschäftigten an den vier Krankenhäusern sind am Mittwoch ergebnislos abgebrochen worden.

Die Arbeitgeber hatten bei den Gesprächen in Stuttgart ein erstes Angebot nachgebessert; die neue Version wurde von Verdi aber ebenfalls als «deutlich zu gering» abgelehnt.

Nach Darstellung der Gewerkschaft umfasste die zweite, zwölf Monate umfassende Offerte für April, Mai und Juni eine Einmalzahlung von 250 Euro sowie ab 1. Juli für neun Monate 2,5 Prozent mehr Gehalt. Das erste Angebot lag laut Verdi bei «deutlich unter zwei Prozent». «Obwohl die Vergütung bereits heute mindestens 4 Prozent über den Vergütungen in vergleichbaren Kliniken liegt, haben wir ein Angebot unterbreitet, das an die Schmerzgrenze der finanziellen Belastbarkeit geht», erklärte die Verhandlungsführerin für die Kliniken, Irmtraut Gürkan. Damit würden die Beschäftigten im Schnitt 6,5 Prozent über vergleichbaren branchenüblichen Vergütung liegen.

Die Arbeitgeber könnten nicht nachvollziehen, dass Verdi dieses Angebot als nicht verhandlungsfähig ablehne. «Verdi war in keiner Weise bereit, über Inhalte und Höhe des Angebots zu verhandeln und hat lediglich angekündigt, der Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen zu empfehlen», sagte Gürkan laut Mitteilung.

Die Gewerkschaft fordert für die Krankenschwestern, Pfleger, Laboranten und Service-Kräfte an den Häusern in Freiburg, Ulm, Tübingen und Heidelberg 6,9 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 250 Euro mehr im Monat. Am Dienstag hatten fast 4000 Klinikmitarbeiter an einem Warnstreik teilgenommen. Verdi hält die Beschäftigten auch weiterhin für sehr mobilisierbar.

Das Angebot sieht überdies für die Standorte Ulm und Tübingen vor, die Jahressonderzahlung von 88 auf 75 Prozent eines Monatsgehaltes zu verringern. Zudem verweigerten sich die Kliniken laut Verdi dem Anliegen, Auszubildende künftig unbefristet zu übernehmen.

Das größere Entscheidungsgremium bei Verdi, die am 23. April tagende Tarifkommission, soll nach der Empfehlung das zweite Angebot ablehnen, die Verhandlungen für gescheitert erklären und die Urabstimmung über einen Streik einleiten. Dieser könnte Anfang Mai beginnen. Verdi bleibt aber nach Worten von Verhandlungsführer Günter Busch gesprächsbereit: «Die Arbeitgeber haben jetzt noch genügend Zeit, ihre Haltung zu überdenken.»

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