| Baden-Württemberg

Interesse an Pflegeberufen soll geweckt werden

In der Pflegebranche werden dringend Fachkräfte gesucht.
Bild: Corbis

Vertreter von Ministerien, Wirtschafts- und Sozialverbänden sowie Gewerkschaften und der Regionaldirektion für Arbeit möchten die Attraktivität der Pflegeberufe in Baden-Württemberg stärken. Derzeit sind viele Stellen unbesetzt, zugleich steigt der Bedarf.

Die Fachkräfteallianz im Land will künftig die Beschäftigung in Pflegeberufen stärken. «Wir müssen deutlich machen, dass gerade auch die Pflege zukunftssichere Arbeitsplätze mit Aufstiegschancen bietet», sagte Sozialminster Manfred Lucha (Grüne) in Stuttgart. In der Altenpflege etwa kommen derzeit auf eine arbeitslose Fachkraft fünf offene Stellen. Zugleich erhöht sich die Zahl der Pflegebedürftigen. Nach der Prognose des Statistischen Landesamtes könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2050 um 90 Prozent steigen.

Pflegeberufe bieten zukunftssichere Arbeitsplätze

„Wir müssen deutlich machen, dass gerade auch die Pflege zukunftssichere Arbeitsplätze mit Aufstiegschancen bietet. Daneben müssen wir alles versuchen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Empfehlungen der Enquetekommission Pflege aus der vergangenen Legislaturperiode bieten dafür eine hervorragende Grundlage", so Lucha. Er hoffe, dass es gelingen werde, wieder mehr junge Menschen für die Pflege zu begeistern. Die Qualifikation von Geflüchteten sei in dem Zusammenhang eine zentrale Aufgabe, so der Minister.

Chance für die Integration von Flüchtlingen

„Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilhabe von Flüchtlingen am gesellschaftlichen Leben ist deren Integration in den Arbeitsmarkt“, so die Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Gleichzeitig könnten Flüchtlinge mittelfristig einen wichtigen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten. Für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration seien eine Ausbildung, die Weiterqualifizierung von Flüchtlingen, die als Helfer arbeiten, und die Qualifizierung von Flüchtlingen in der Arbeitslosigkeit notwendig. Dies müsse für alle un- und angelernten Personen gelten, denn mehr als 50 Prozent aller Arbeitslosen sind bereits derzeit ohne Berufsabschluss, so die Ministerin.

Herausforderungen durch Digitalisierung

Die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg, die sich aus Vertretern von Ministerien, Wirtschafts- und Sozialverbänden sowie Gewerkschaften und der Regionaldirektion für Arbeit zusammensetzt, gab sich neue Ziele für die Zeit ab 2017. Neben dem Fachkräftemangel in Pflegeberufen kommen die Integration von Flüchtlingen und Herausforderungen durch die Digitalisierung neu auf die Liste.

«Vor allem die Bedeutung des technischen Fachwissens und der Online-Kompetenzen wird deutlich zunehmen», sagte Hoffmeister-Kraut. Einen Fachkräftemangel gebe es in den für die Digitalisierung wichtigen Berufen Informatiker und Elektroingenieur. In diesen Mangelberufen kämen auf einen Arbeitslosen bis zu vier offene Stellen.

Schlagworte zum Thema:  Baden-Württemberg, Pflege, Pfleger

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