15.01.2013 | Baden-Württemberg

Finanzielle Lage an Kliniken schwierig

Bild: Haufe Online Redaktion

Arbeitgeber warnen vor den Folgen eines überhöhten Tarifabschlusses für die Beschäftigten an den kommunalen Kliniken. In Baden-Württemberg sind 8.400 Ärzte von den bundesweit zentral geführten Tarifgesprächen für die insgesamt 50.000 Mediziner an den Krankenhäusern von den anstehenden Tarifverhandlungen betroffen. Im Land gibt es 85 kommunale Kliniken.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert bundesweit unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt und eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit für die dort beschäftigten Mediziner. Der Beruf müsse finanziell attraktiver werden, sagte Jan Schultze-Melling vom Landesverband der Gewerkschaft. Sonst komme es zu einer verstärkten Abwanderung der Mediziner ins Ausland oder in die Industrie. Eine Umsetzung der gesamten Forderungen würde in Baden-Württemberg 85 Millionen Euro kosten, sagte Wollensak.

Angespannte Finanzsituation für die Kliniken

Die erste Verhandlungsrunde ist auf den 21. und 22. Januar vertagt worden.

Universitätskliniken im Südwesten haben weiter mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Einrichtungen in Tübingen und Ulm stecken weiter in den roten Zahlen. Heidelberg hingegen steht etwas besser da.
Die Uniklinik in Ulm erwartet für 2012 wieder einen Verlust. 2011 habe das Minus 6,8 Millionen Euro betragen. Die Uniklinik Tübingen bestätigte die Angaben, wonach es nach einem Verlust von 4,6 Millionen Euro im Jahr 2011 auch im vergangenen Jahr ein Minus gab. Eine genaue Zahl stehe noch nicht fest, sagte eine Sprecherin. In diesem Jahr allerdings wolle die Klinikleitung unter anderem durch eisernes Sparen wieder eine schwarze Null erreichen.
Beim Uniklinikum Heidelberg geht man nach Angaben einer Sprecherin für das abgelaufene Jahr von einer «schwarzen Null» aus. Die Kosten seien gestiegen, etwa die Personalkosten durch den Tarifabschluss oder auch die Energiekosten. Das Klinikum versuche das einerseits durch Einsparungen bei den Sachkosten aufzufangen. Andererseits versuche man, die Einnahmen zu erhöhen: «Wir behandeln mehr Patienten», sagte die Sprecherin.
Zudem mache Heidelberg im Vergleich viel Hochleistungsmedizin, also sehr aufwendige Medizin, die auch entsprechend höher vergütet wird. Einen Großteil der Investitionen etwa in den Bau neuer Gebäude muss die Uniklinik aus eigener Kraft stemmen, nicht für alle Projekte gebe es eine Förderung durch das Land. In Freiburg wird nach Angaben der «Stuttgarter Zeitung» ein leicht positives Ergebnis erwartet.

Schlagworte zum Thema:  Universitätsklinik, Tarifverhandlung, Finanzen

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