| Baden-Württemberg

Einigung im Tarifstreit an Unikliniken

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Tarifkonflikt für rund 25.000 Beschäftigte an den Unikliniken im Südwesten einigen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft. Der angedrohte Streik fällt damit wohl aus. Aus Sicht der Kliniken bedeutet der Abschluss hohen finanziellen Druck.

Im Tarifstreit an den Universitätskliniken in Baden-Württemberg haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeber am Montag, 7.5.2012, auf eine Entgelterhöhung für die nächsten zwei Jahre geeinigt. Der angedrohte Streik ist damit wahrscheinlich abgewendet. Die Tarifkommission werde am Donnerstag über das Verhandlungsergebnis beraten, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Günter Busch. Am Freitag beginne dann eine Urabstimmung bis zum 22. Mai. Solange seien Streiks ausgesetzt.

Die Arbeitgeber hatten am Montag in Stuttgart ein neues Angebot für das nicht-ärztliche Personal vorgelegt, nachdem die betroffenen Verdi-Mitglieder am Freitag für einen unbefristeten Streik vom kommenden Mittwoch an gestimmt hatten.

Entgelterhöhung von durchschnittlich 3,6 Prozent

Der Tarifabschluss sieht den Angaben beider Seiten zufolge unter anderem einen Sockelbetrag von 40 Euro vor sowie eine Erhöhung der Entgelte um 2 Prozent rückwirkend zum 1 April dieses Jahres. Eine weitere Erhöhung von 2,8 Prozent folgt zum 1. August 2013. Im Schnitt mache das ein Plus von 3,6 Prozent, sagte Busch. Die Laufzeit des Tarifabschlusses wurde auf zwei Jahre bis zum 31. März 2014 vereinbart.

Regelungen zur Übernahme von Auszubildenden, zu Urlaub und Arbeitszeit

Zudem legten die Parteien für alle Auszubildenden Übernahmeregelungen fest. Beschäftigte unter 55 Jahren erhalten 29 Tage Urlaub, ältere 30 Tage. Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt ab 1. Juli 2012 für alle Beschäftigten bis 60 Jahre 38,5 Stunden pro Woche. Laut Busch waren es zuvor 38,7 Wochenstunden. Er betonte, die Eigenständigkeit der Tarifverträge der Uniklinika sei somit gesichert und die Drohung der Arbeitgeber, wieder in die Tarifgemeinschaft der Länder einzutreten, vom Tisch.

Die Tarifvereinbarung betrifft rund 25.000 Beschäftigte in der Pflege, in medizinisch-technischen Berufen, in Servicebereichen, Verwaltung und Technik an den Standorten Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg. Ärzte fallen als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes. «Wir sind erleichtert, dass damit eine Entscheidung im Sinne der Patienten und Mitarbeiter getroffen wurde», erklärte die Verhandlungsführerin der Uniklinika, Irmtraut Gürkan vom Uniklinikum Heidelberg. «Allerdings stehen die Uniklinika nach diesem Abschluss unter hohem finanziellem Druck, denn die Budgets der Krankenkassen decken die gestiegenen Personalkosten bei weitem nicht ab.»

Schlagworte zum Thema:  Tarifstreit, Tarifverhandlung, Universitätsklinik

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