02.08.2016 | Haushalt

Verschuldung von Bund und Ländern geht zurück

Bund und Länder konnten Verschuldung senken
Bild: Haufe Online Redaktion

Die öffentlichen Schulden sind im vergangenen Jahr leicht gesunken. Dabei gibt es aber erhebliche Unterschiede zwischen dem Bund, den einzelnen Ländern und den Kommunen. Der Bund hat zeitweise sogar beim Schuldenmachen Gewinn erzielt.

Die gute Konjunktur und hohe Steuereinnahmen haben die öffentlichen Schulden in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gedrückt. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung standen Ende 2015 mit 2,022 Billionen Euro in der Kreide. Das war ein Prozent (21,4 Milliarden Euro) weniger als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Der Bund verdiente 2016 mit der Ausgabe von Staatsanleihen zeitweise sogar Geld, musste im ersten Halbjahr aber insgesamt weiter Zinsen zahlen.

Im März, Mai und Juni kamen durch die besondere Lage bei den Anleihen in der Summe 1,5 Milliarden Euro herein, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums für Juli hervorgeht. Im Januar, Februar und April war dies jedoch nicht der Fall, so dass im ersten Halbjahr insgesamt Zinszahlungen von 7,5 Milliarden Euro verzeichnet wurden.

Eine Sprecherin betonte in Berlin, die weitere Entwicklung sei abzuwarten. Hintergrund ist unter anderem der Effekt, dass Anleihen mit einem Aufschlag («Agio») auf ihren eigentlichen Nennwert an Geldgeber verkauft werden können. Über das Thema berichtete zuerst die «Bild»-Zeitung (Montag).

Rückgang der Schulden bei Bund und Ländern, Zunahme bei den Kommunen

Bis Ende vergangenen Jahres verringerten sich die Schulden beim Bund um 1,9 Prozent (24,9 Milliarden) auf 1,265 Billionen Euro. Die Länder waren Ende 2015 mit 612,9 Milliarden Euro verschuldet - ein minimaler Rückgang von 0,2 Prozent. Die Verbindlichkeiten der Gemeinden und Gemeindeverbände stiegen dagegen um 3,4 Prozent auf 144,2 Milliarden Euro. Bei der Sozialversicherung gingen die Schulden um 12,9 Prozent auf 489 Millionen Euro zurück.

Die endgültigen Zahlen umfassen alle Kern- und Extrahaushalte wie etwa für Verkehr oder Energieversorgung. Erstmals mussten wegen europäischer Vorgaben die an Holdinggesellschaften übertragenen Schulden des Staates einbezogen werden.

Erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern

Unter den Ländern gibt es erhebliche Unterschiede. Den prozentual höchsten Schuldenrückgang verzeichnete Sachsen (minus 27,0 Prozent) vor Bayern (minus 10,0 Prozent). Am stärksten stiegen die Schulden in Niedersachsen (6,4 Prozent) sowie in Bremen (5,5 Prozent). Der Stadtstaat hat mit 32 700 Euro pro Einwohner auch die mit Abstand höchste Pro-Kopf-Verschuldung. Dahinter folgen das Saarland (18 000) und Berlin (16 800). Am geringsten ist die Pro-Kopf-Verschuldung in Sachsen (1600), Bayern (2800) und Baden-Württemberg (5700).

Bei den Kommunen meldeten die baden-württembergischen Gemeinden (plus 18,9 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (plus 5,9 Prozent) die höchsten Schuldenzuwächse. Gemeinden in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bauten dagegen Schulden ab.

Schlagworte zum Thema:  Öffentliche Haushalte, Bund, Bundesland

Aktuell

Meistgelesen