13.02.2014 | Top-Thema Kommunales Schuldenmanagement

Erfolgreiche Projekte und Erfolgsmessung

Kapitel
Erfolgreiche Projekte und Erfolgsmessung
Bild: Haufe Online Redaktion

Erfahrungsberichte über kommunales Schuldenmanagement sind meistens positiv. Über misslungene Optimierungen berichten dann Lokalredaktionen, Gerichte oder der Bund der Steuerzahler. Nachfolgende in der Vergangenheit umgesetzte Projekte können aus Sicht eines aktiven Schuldenmanagements als erfolgreich bezeichnet werden.

  • In einem komplett mit Festsatzkrediten finanzierten Schuldenportfolio wurde ein Anteil von 30 % durch variable Kredite ersetzt. Die Effizienz des Portfolios wurde dadurch gesteigert, da sowohl die Zinsbelastung gesenkt werden konnte als auch die Risikostreuung verkleinert wurde.
  • Das letzte Jahr war durch hohe Liquiditätsprämien bei der Aufnahme von Kommunalkrediten gekennzeichnet. Durch Kombination eines Payer-Swaps mit einer jeweils neu zu verhandelnden Liquiditätsbeschaffung (b.a.w.) konnten Einsparungen von rd. 50 Basispunkten erzielt werden.
  • In einem Portfolio sind sämtliche Klumpenrisiken entfernt worden. Ohne zusätzliche Kosten konnte so eine Risikoreduzierung erreicht werden.
  • Durch Kauf eines Caps ist das Risiko steigender Zinsausgaben eingegrenzt worden. Es sind zusätzliche Kosten angefallen. Die Maßnahme hat noch nicht zu Zinseinsparungen geführt. Trotzdem ist die Maßnahme eine positive Strukturierungsmaßnahme aus Sicht eines erfolgreichen Schuldenmanagements.
  • Durch die Platzierung einer Kommunalanleihe konnte der Investorenkreis für eine Kommune erweitert werden. Obwohl damit heute keine Zinsersparnisse verbunden sind, ist es aus Liquiditätsgesichtspunkten als erfolgreiche Maßnahme zu werten.
  • Eine Kommune hat die mit dem Schuldenmanagement betrauten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in diesem Bereich durch Schulung qualifizieren lassen.

Bei allen genannten Maßnahmen zeigt sich, dass der Erfolg des eigenen Tuns unstrittig ist. Ob und wie dieser Erfolg in allen Fällen quantifiziert werden kann, ist eine äußerst diffizile Angelegenheit. Erfolg muss das Ergebnis aktiven, reproduzierbaren Handelns sein. Ein durch Spekulation und Glück erzieltes zufällig positives Ergebnis ist zwar erfreulich und quantifizierbar, jedoch kein Qualitätsmaßstab für erfolgreiches Schuldenmanagement.

Das gilt auch für die heute vielfach anzutreffende Argumentation, alles in variabel zu drehen sei wirtschaftlicher als langfristige Zinssicherung. Die endgültige Antwort darauf kann in zehn Jahren ex post erfolgen. Aus Sicht einer effizienten Portfoliooptimierung kann dieser Weg nicht der richtige sein.

Messung quantitativer Erfolge - Beispiel

Ein Ansatz zur Messung quantitativer Erfolge eines Schuldenmanagements kann der Vergleich der eigenen Zinsausgaben zu einem zeitgleich geführten Benchmarkportfolio sein. Beispiel für ein derartiges Benchmarkportfolio kann ein Portfolio mit einem 70 %-Anteil zehnjähriger Kredite und 30 %-Anteil variabler Kredite sein. Zeitgleich zur tatsächlichen Kreditaufnahme erfolgt dann eine rechnerische Kreditaufnahme mit gleichem Volumen bei diesem Musterportfolio. Die Höhe der Zinsdifferenz beider Portfolios kann die Wirksamkeit der eigenen Methodik zahlenmäßig darstellen. Zur qualitativen Wirksamkeitsbeurteilung ist diese Zahl, wie schon vorher ausgeführt, nur bedingt brauchbar.

Bei allen Methoden der Erfolgsmessung ist zudem Voraussetzung, dass die Zielvorgabe eindeutig fixiert worden ist und sich das Ergebnis der Erfolgsmessung an diesem Ziel orientiert.

Schlagworte zum Thema:  Schuldenmanagement, Öffentliche Haushalte, Kommunen, Liquidität, Portfoliomanagement

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