Sozialversicherungswerte 2022

Der Referentenentwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2022 wurde am 6.9.2021 vom BMAS veröffentlicht. Die im Leistungsrecht wichtige Bezugsgröße beträgt ab 1.1.2022 voraussichtlich unverändert zum Vorjahr 2021 monatlich 3.290 Euro. Im Leistungsrecht der Krankenversicherung gelten alle Rechengrößen bundeseinheitlich. Die weiteren Werte im Überblick.

Mit der Verordnung werden die maßgeblichen Rechengrößen der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr (2020) turnusgemäß angepasst. Die Werte werden – wie jedes Jahr – auf Grundlage klarer gesetzlicher Bestimmungen mittels Verordnung festgelegt.

Leistungsrecht: Voraussichtliche Belastungsgrenze 2022

Die für die Krankenversicherung bundesweit gültige Bezugsgröße West beträgt im Jahr 2022 unverändert zum Vorjahr 2021 voraussichtlich 3.290 Euro monatlich bzw. 39.480 Euro jährlich. Die Bezugsgröße ist für die Berechnung der Belastungsgrenze und so für die Befreiung von den Zuzahlungen maßgeblich. Die Belastungsgrenze wird ermittelt, in dem die Zuzahlungen und die Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt der mit dem Versicherten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen, des Ehepartners oder des Lebenspartners jeweils aufaddiert werden. Bei den jährlichen Bruttoeinnahmen für den ersten im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen sind im kommenden Jahr voraussichtlich 5.922 Euro und für jeden weiteren in dem gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen und Lebenspartner voraussichtlich 3.948 Euro absetzbar.

Familienversicherung: Voraussichtliche Einkommensgrenze 2022

Die beitragsfreie Familienversicherung kann nur durchgeführt werden, wenn der Ehegatte, Lebenspartner oder das Kind regelmäßig höchstens über ein Gesamteinkommen (§ 16 SGB IV) von monatlich 1/7 der Bezugsgröße verfügt. Diese Einkommensgrenze bleibt im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei bundeseinheitlich voraussichtlich 470 Euro monatlich.

Voraussichtliche Sozialversicherungswerte 2022: Krankengeld

Das Regelentgelt ist maßgebend für die Berechnung des Krankengelds. Das kalendertägliche Regelentgelt wird aus dem regelmäßig erzielten Entgelt bzw. dem Arbeitseinkommen des Versicherten errechnet. Die bei der Krankengeldberechnung zu beachtenden Höchstgrenzen bleiben im Jahr 2022 unverändert, da sie von der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung abhängig sind. Das kalendertägliche Höchstregelentgelt beträgt im gesamten Bundesgebiet voraussichtlich 161,25 Euro. Das Krankengeld darf höchstens 70 Prozent des Regelentgelts betragen. Daher liegt der tägliche Krankengeldhöchstbetrag bei bundeseinheitlich voraussichtlich 112,88 Euro.

Voraussichtliche SV-Rechengrößen 2022

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2022 zugrundeliegende Lohnentwicklung im Jahr 2020 (Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigung für Mehraufwendungen) betrug im Bundesgebiet minus 0,15 Prozent und in den alten Bundesländern minus 0,34 Prozent. Entsprechend werden die Rechengrößen für 2022 in West und Ost angepasst.

Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2022

Die Verordnung über die maßgebenden Rechengrößen der Sozialversicherung für 2022 wird vom BMAS erlassen. Der Referentenentwurf wurde am 6.9.2021 veröffentlicht. Am 1.1.2022 werden die neuen Werte in Kraft treten.

Voraussichtliche Rechengrößen 2022: Tabelle

Diesem kostenlosen Download können Sie die voraussichtlichen Rechengrößen aus dem Leistungsrecht der Sozialversicherung für das Jahr 2022 entnehmen.