Pflegebedürftige in Deutschland sollen gut betreut werden - Fachkräfte werden akut gesucht. Das treibt die Kosten und führt dazu, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum 1.1.2019 höhere Beiträge in der Pflegeversicherung zahlen.

Zum 1.1.2019 steigt der Pflegeversicherungsbeitrag um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Beitragszahler ohne Kinder müssen durch den Kinderlosenzuschlag (0,25 Prozent) künftig 3,3 Prozent zahlen. Das hat das Bundeskabinett am 10.10.2018 beschlossen. Der Bundestag hat die Beitragssatzänderung am 29.11.2018 verabschiedet und der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 14.12.2018 grünes Licht für die Änderung gegeben.

Beitragserhöhung soll Finanzen der Pflegekassen stabilisieren

Erwartet werden insgesamt jährliche Mehreinnahmen von 7,6 Milliarden Euro. Die Anhebung soll die Finanzen der Pflegekassen stabilisieren, denen angesichts von immer mehr Pflegebedürftigen ein Milliardendefizit droht. Außerdem plant die Koalition Maßnahmen gegen die Personalnot in der Pflege.

Stabiler Pflegeversicherungsbeitrag bis 2022

«Bessere Pflege kostet», sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). In der vergangenen Wahlperiode ausgedehnte Leistungen für Pflegebedürftige und Angehörige würden weiterhin stärker angenommen als gedacht. In dieser Legislaturperiode sollten die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessert werden. «Das muss uns als Solidargemeinschaft etwas wert sein. Gute Pflege braucht unsere Unterstützung», sagte Spahn. Mit der Anhebung soll der Beitragssatz laut Bundesregierung bis 2022 stabil gehalten werden können.

Beitrag zur Pflegeversicherung 2019 für Arbeitgeber

Derzeit liegt der Pflegeversicherungsbeitrag bei 2,55 Prozent des Bruttoeinkommens, bei Kinderlosen bei 2,8 Prozent. Ab dem 1.1.2019 wird der Pflegeversicherungsbeitrag dann bei 3,05 bzw. 3,3 Prozent liegen. Bei Arbeitnehmern zahlt die Hälfte des Beitrags der Arbeitgeber, aber ohne den Kinderlosenzuschlag. Der Arbeitgeberanteil Versicherungspflichtiger beträgt dann 1,525 Prozent.

Pflegeversicherungsbeitrag 2019: Sachsen

Im Freistaat Sachsen gilt die Parität aufgrund eines nicht aufgehobenen Feiertags nicht. Dort beträgt der Anteil für Arbeitnehmer ab dem 1.1.2019 2,025 Prozent und für Arbeitgeber 1,025 Prozent.

Pflegeversicherung 2019 steigt - Arbeitslosenversicherung sinkt

Während der Pflegeversicherungsbeitrag zum neuen Jahr um 0,5 Prozent steigt, sinkt gleichzeitig der Arbeitslosenversicherungsbeitrag zum 1.1.2019 von 3 Prozent auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Mehr dazu lesen Sie hier.