21.10.2011 | Entgelt

Jubiläum: Starre 110-EUR-Grenze gilt auch für aufwändige Feiern

Für die Ermittlung des Über- oder Unterschreitens der Freigrenze sind die Gesamtaufwendungen des Arbeitgebers einschließlich der Kosten des äußeren Rahmens der Veranstaltung zugrunde zu legen.

Bis zu einer Grenze von 110 EUR bleiben übliche Betriebsveranstaltungen lohnsteuerunbelastet. Eine Feier zum Firmenjubiläum ist eine solche übliche Veranstaltung. Bei Betrieben ab einer gewissen Größenordnung gehört es zur Regel, dass ein langwährendes Bestehen gefeiert wird.

Entscheidend für die Frage ist, ob die Vorteile als Arbeitslohn zu werten sind. Hierzu hat die Rechtsprechung die Freigrenze von 110 EUR bestimmt. Eine aufwändige Gestaltung und Durchführung der Veranstaltung und der besonders herausgehobene Anlass rechtfertigen keine Ausnahme.

Denn innerhalb der laut Finanzgericht großzügig (!) bemessenen Grenze obliegt es dem Arbeitgeber, über den Umfang und die Ausgestaltung der von ihm veranstalteten Feierlichkeiten zu entscheiden. Hat er aus verschiedenen Gründen ein Interesse an einer außergewöhnlichen Feier, dann muss er die hieraus resultierende Lohnbesteuerung in Kauf nehmen.

FG Düsseldorf, Urteil v. 7.10.2010, 16 K 1294/09

Achtung:

Nach Auffassung des Finanzgerichts sind - entgegen der Ansicht der Finanzverwaltung (R 19.5 Abs. 5 Nr. 3 LStR) - Reisekosten in die Ermittlung der Gesamtkosten der Betriebsveranstaltung einzubeziehen. Die mittlerweile eingelegte Revision (Az. beim BFH, VI R 95/10) ist insbesondere deshalb zugelassen worden.

Tipp:

Maßgeblich für die Prüfung des Überschreitens der Freigrenze ist die ggf. zu schätzende Zahl der tatsächlich teilnehmenden Beschäftigten und nicht die Anzahl der eingeladenen oder angemeldeten Arbeitnehmer.

 

 

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