23.12.2011 | Entgelt

Feiertagszuschläge: Schlagen auch Steuer und SV zu?

Feiertagszuschläge sind für Arbeitnehmer attraktiv, besonders wenn sie abgabenfrei bleiben. Doch wann ist dies der Fall?

Vieles wird zu Weihnachten teurer, auch ein eventueller Arbeitnehmereinsatz. Müssen Beschäftigte auch an den Feiertagen arbeiten, so freuen sie sich wenigstens auf die gezahlten Zuschläge.

Im Steuerrecht sind Zuschläge, die für die tatsächlich geleistete Feiertagsarbeit neben dem normalen Entgelt ("Grundlohn") gezahlt werden, in gewissen Grenzen steuerfrei. Das gilt bei Zuschlägen für

  • Arbeit am 24. Dezember ab 14 Uhr und an den beiden Weihnachtsfeiertagen in Höhe von bis zu 150 % und bei
  • Silvesterarbeit ab 14 Uhr in Höhe von bis zu 125 % des Grundlohns.

Der Grundlohn ist der laufende Arbeitslohn, der dem Arbeitnehmer bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit für den jeweiligen Lohnzahlungszeitraum zusteht. Steuerrechtlich sind als Grundlohn in diesem Zusammenhang höchstens 50 EUR je Stunde anzusetzen (§ 3b EStG). Allerdings gilt die Steuerfreiheit nach einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH, Urteil v. 22.09.2005 - IX R 55/04) nur dann, wenn kein Anspruch auf Freizeitausgleich besteht, selbst wenn der Arbeitnehmer auf den Freizeitausgleich verzichtet.

 

Keine Übereinstimmung zwischen Steuerrecht und SV-Recht

Für die Sozialversicherungsbeiträge besteht hier leider keine Übereinstimmung mit dem Steuerrecht, sondern es gilt eine abweichende Regelung (§ 1 SvEV): Feiertagszuschläge sindbeitragsfrei, soweit das Arbeitsentgelt, aus dem sie berechnet werden (also der "Grundlohn"), nicht mehr als 25,00 EUR je Stunde beträgt. Bei dieser Grenze handelt es sich um einen Freibetrag. Liegt der Stundengrundlohn über 25,00 EUR, sind die Zuschläge also nur teilweise beitragspflichtig. Als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt ist dann der Teil der Zuschläge zu berücksichtigen, der auf dem 25,00 EUR übersteigenden Betrag beruht, also nicht der vollständige Feiertagszuschlag. Maximal können folgende Beträge pro geleisteter Feiertagsstunde beitragsfrei sein:

 

24.12. und Weihnachtsfeiertage (150 % von 25 EUR) 37,50 EUR
31.12. ab 14 Uhr (125 % von 25 EUR) 31,25 EUR

 

Praxis-Beispiel: 8 Arbeitsstunden am ersten Weihnachtsfeiertag

Ein Arbeitnehmer erzielt einen Stundengrundlohn in Höhe von 26,50 EUR. Im Dezember hat er am ersten Weihnachtsfeiertag für 8 Stunden Anspruch auf einen Feiertagszuschlag.

Beurteilung: Da der Stundengrundlohn 25,00 EUR übersteigt, sind die Zuschläge nicht in vollem Umfang beitragsfrei. Der beitragsfreie Anteil des Feiertagszuschlags macht 300,00 EUR aus (8 Stunden × 37,50 EUR). Das beitragspflichtige Arbeitsentgelt berechnet sich wie folgt:

26,50 EUR × 150 % = 39,75 EUR

8 Stunden × 39,75 EUR = 318,00 EUR

318,00 EUR - 300,00 EUR = 18,00 EUR

Somit unterliegt ein Anteil des Zuschlags in Höhe von 18,00 EUR der Beitragsberechnung zur Sozialversicherung.

 

Ausnahme: Unfallversicherung kennt keine Beitragsfreiheit

Für die gesetzliche Unfallversicherung sind solche Zuschläge jedoch immer in voller Höhe dem Arbeitsentgelt zuzurechnen (§ 1 Abs. 2 SvEV). Das gilt also selbst dann, wenn sie lohnsteuerfrei sind. Der Grenzwert von 25,00 EUR ist für die Unfallversicherung nicht maßgebend.

 

Versicherungspflicht-Prüfung: Ermittlung des Jahresarbeitsentgelts

Zu bedenken ist bei den Feiertagszuschlägen noch, dass beitragspflichtige Feiertagszuschläge bei der zum Jahreswechsel anstehenden Überprüfung des Jahresarbeitsentgelts zu berücksichtigen sind. Das muss immer dann geschehen, wenn die Feiertagszuschläge regelmäßig anfallen.

 

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