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Datenaustausch Entgeltersatzleistungen: Datenfluss stockt noch

Auch im Datenaustauschverfahren Entgeltersatzleistungen (EEL) läuft es gar nicht rund. Zum 1. Juli 2011 endet die Übergangsfrist, die Teilnahme am Verfahren wird zur Pflicht.

Nicht nur beim Zahlstellenverfahren zwischen den Betrieben und den gesetzlichen Krankenkassen hakt es derzeit noch gewaltig.

Eigentlich sollte parallel bereits am 1.1.2011 das maschinelle Verfahren Entgeltersatzleistungen (EEL) verpflichtend für Arbeitgeber werden. In diesem Verfahren werden die Entgeltbescheinigungen von den Arbeitgebern an die Krankenkassen für die Berechnung von Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Verletztengeld und vergleichbaren SV-Leistungen elektronisch übermittelt. Doch in weiser Vorraussicht wurde die Einfährung des Verfahrens EEL damals erneut verschoben.

Datenaustausch EEL: Kassen-Rückmeldungen kommen nicht an

Beim Verfahren EEL geht es nicht nur um die Übermittlung der Entgelthöhe vom Arbeitgeber (bzw. Entgeltabrechner) an die Leistungserbringer (Krankenkassen etc.). Um die Dauer des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung festzustellen, kann der Arbeitgeber außerdem eine maschinelle Anfrage nach Vorerkrankungszeiten stellen. Die Entgeltabrechner müssen wissen, ob die Grenze von 42 Tagen für die Entgeltfortzahlung ausgeschöpft wird. Der entsprechenden Rückmeldung der Krankenkasse kommt also eine hohe Bedeutung für die Entgeltabrechnung zu. Erst mit der Antwort wird geklärt, wie lange bzw. ob überhaupt noch ein Entgeltanspruch besteht. Teilnehmende Arbeitgeber berichten, dass gerade diese wichtigen Rückmeldungen von den Softwareprodukten der Krankenkassen nicht sauber abgearbeitet werden: Die Rückmeldungen kommen entweder massiv verspätet oder bleiben gar ganz aus.

EEL-Verfahren: Einführung wurde bereits mehrfach verschoben

Auch dieses Verfahren konnte schon seit Jahren auf freiwilliger Basis genutzt werden. Es ist fast unglaublich: Das Pilotprojekt wurde bereits im Jahre 2000 eingerichtet. Wegen massiver Probleme wurde die verpflichtende Anwendung der automatischen Datenübermittlung aber letztlich auf den 1.7.2011 verschoben. Dies geschah, wie uns Claudia Widmaier, Sprecherin des GKV-Spitzenverbandes Bund auf Anfrage mitteilte, auf Wunsch der Arbeitgeber und der Hersteller von Entgeltabrechnungsprogrammen.

Wohl eine weise Entscheidung, denn die Verfahrensgrundsätze mussten zuletzt nochmals per 1.2.2011 überarbeitet werden. Und das alles, obwohl der Inhalt des Datensatzes weitgehend identisch ist mit den bisher in Papierform zu meldenden Daten. Insofern liegt eine fachliche Änderung zum bisherigen Verfahren gar nicht vor. Zu befürchten ist, dass auch beim Datenaustauschverfahren Entgeltersatzleistungen mit dessen flächendeckender Nutzung ab 1.7.2011 weitere Probleme in der Praxis auftreten werden.

 

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