25.05.2011 | Entgelt

Betriebsveranstaltung: Kein Vorsteuerabzug bei teuren Ausflügen

Nur bei Betriebsveranstaltungen und -ausflügen bis zur lohnsteuerlichen Freigrenze von 110 EUR ist der Arbeitgeber zum Vorsteuerabzug berechtigt, ohne dass eine Entnahme zu versteuern ist.

110-EUR-Grenze

Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen sind kein steuerpflichtiger Arbeitslohn und auch nicht umsatzsteuerbar, wenn es sich um eine übliche Betriebsveranstaltung handelt und die 110-EUR-Grenze nicht überschritten wird.

Zuwendungen an die Mitarbeiter

Zuwendungen bei unüblichen Betriebsveranstaltungen oder unübliche Sachgeschenke im Rahmen einer ansonsten üblichen Betriebsveranstaltung sind lohnsteuerpflichtig und bisher auch zu 19 % umsatzsteuerpflichtig. Diese Auffassung hat der Bundesfinanzhof nun geändert.

Vorsteuerabzug

Im konkreten Streitfall, der die Frage des Vorsteuerabzugs bei einem Betriebsausflug eines ansonsten vorsteuerabzugsberechtigten Arbeitgebers betraf, hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass der Arbeitgeber bei Einhaltung der 110-EUR-Freigrenze je Mitarbeiter zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Er muss keine umsatzsteuerpflichtige „Entnahmebesteuerung“ vornehmen, weil es sich bei der Betriebsveranstaltung (Betriebsausflug) um eine Aufmerksamkeit handelt.

Auslösung der Lohnsteuerpflicht

Übersteigen die Aufwendungen für den Betriebsausflug die Freigrenze von 110 EUR je Arbeitnehmer, ist hingegen von einer Mitveranlassung durch die Privatsphäre der Mitarbeiter auszugehen, die auch eine Lohnsteuerpflicht auslöst.

Kein Anspruch auf Vorsteuerabzug

Anders als bisher besteht nach der Entscheidung des Bundesfinanzhofs bei Überschreiten der 110-EUR-Freigrenze je Mitarbeiter für den Arbeitgeber kein Anspruch auf Vorsteuerabzug mehr; dementsprechend unterbleibt auch die bisherige umsatzsteuerpflichtige Entnahmebesteuerung. An der Lohnsteuerpflicht derartiger Betriebsveranstaltungen ändert sich nichts, allerdings kommt eine Pauschalierung mit 25 % in Betracht (BFH, Urteil v. 9.12.2010, V R 17/10).

Tipp: Bezug von umsatzsteuerfreier Leistungen

Die neue Rechtsprechung kann sich im Einzelfall auch positiv auswirken, nämlich beim Bezug umsatzsteuerfreier Leistungen (z. B. Theaterbesuch) für die Durchführung der Betriebsveranstaltung.

 

 

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