Die Finanzverwaltung hat das Muster der Lohnsteuerbescheinigung für 2019 veröffentlicht und dabei zugleich auf die für 2018 und 2019 geltenden Regelungen zum Ausfüllen hingewiesen. Gewichtigste Änderung für 2019 wird damit wohl der Pflichtausweis des Großbuchstabens M.

Aufgrund der Aufzeichnungen im Lohnkonto hat der Arbeitgeber nach Abschluss des Lohnkontos für jeden Arbeitnehmer der zuständigen Finanzbehörde bis zum letzten Tag des Monats Februar des folgenden Jahres eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln. 

Die Verwaltung hat jetzt die Muster für 2019 bekannt gemacht. Sie kommen frühestens bei ab Januar 2019 ausscheidenden Mitarbeitern zur Anwendung. Für den Jahresabschluss 2018 und die Übermittlung bis Ende Februar 2019 sind aber zunächst die Lohnbescheinigungen nach dem Muster für 2018 zu verwenden.

Sozialversicherungsbeiträge im Ausland tätiger Arbeitnehmer

Maßgebend für beiden Jahre 2018 und 2019 sind die Vorgaben des Bundesfinanzministeriums vom 27. September 2017 (Aktenzeichen IV C 5-S 2378/17/10001). Lediglich die Fußnote zu Textziffer 13 e) aus dem Schreiben vom 27. September 2017 wurde jetzt aufgehoben. Damit sind Sozialversicherungsbeiträge, die in unmittelbarem wirtschaftlichen Zusammenhang mit steuerfreien Einnahmen nach einem Doppelbesteuerungsabkommen stehen, generell nicht mehr im Ausdruck zu bescheinigen. Dies gilt auch für die Ausstellung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen 2018.

Lohnsteuerbescheinigung: Bescheinigungspflichten und Regelungen

Hinzuweisen ist aus dem weiter gültigen "Ausfüllerlass" insbesondere auf folgende für 2018 und 2019 geltende Bescheinigungspflichten und Regelungen.

Lohnsteuerbescheinigung: Unterbrechung der Beschäftigung

Unter Nummer 2 des Ausdrucks ist in dem Feld Anzahl "U" die Anzahl der Unterbrechungszeiträume zu bescheinigen, in denen an mindestens 5 aufeinander folgenden Arbeitstagen der Anspruch auf Arbeitslohn im Wesentlichen weggefallen ist (z.B. wegen Krankheit). Nicht zu bescheinigen sind Zeiträume, in denen der Arbeitnehmer Lohnersatzleistungen im Sinne des § 41 Absatz 1 Satz 4 EStG erhalten hat (z.B. Kurzarbeitergeld oder Schlechtwettergeld).

Lohnsteuerbescheinigung: Französische Grenzgänger

Unter Nummer 2 sind die Großbuchstaben FR einzutragen bei französischen Grenzgängern, bei denen aufgrund einer Freistellung vom Lohnsteuerabzug abzusehen ist. Der Großbuchstabe "FR" ist um das Land zu ergänzen, in dem der Grenzgänger im Bescheinigungszeitraum zuletzt tätig war. Für Baden-Württemberg ist der Großbuchstabe "FR" ohne Leerzeichen um die Ziffer 1 ("FR1"), für Rheinland-Pfalz um die Ziffer 2 ("FR2") und für das Saarland um die Ziffer 3 ("FR3") zu ergänzen (vergleiche dazu das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 30. März 2017, Aktenzeichen IV B 3 - S 1301 - FRA/16/10001 :001).

Lohnsteuerbescheinigung: Verpflegungsmehraufwand bei Auswärtstätigkeit

Unter Nummer 20 des Ausdrucks sind grundsätzlich die steuerfreien Verpflegungszuschüsse bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten zu bescheinigen. Es gilt aber auch für 2018/19 weiterhin die Kulanzregelung, dass eine Bescheinigung dieser Beträge nicht zwingend erforderlich ist, wenn das Betriebsstättenfinanzamt für die steuerfreien Verpflegungsspesen bei Auswärtstätigkeiten eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat (Fälle mit getrennter Lohn- und Reisekostenabrechnung).

Lohnsteuerbescheinigung: Großbuchstabe M wird Pflicht 

Hat der Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung ein Dritter Mitarbeitern während einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte oder im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung eine mit Sachbezugswert zu bewertende Mahlzeit zur Verfügung gestellt, muss im Lohnkonto der Großbuchstabe "M" aufgezeichnet und in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bescheinigt werden. 

Sofern das Betriebsstätten­finanzamt in den vorstehenden Fällen für die Spesen eine andere Aufzeichnung als im Lohnkonto zugelassen hat, ist für 2018 eine Bescheinigung des Großbuchstabens "M" für Mahlzeiten auf Auswärtstätigkeiten nicht zwingend erforderlich.

Wichtig: Nach dem Erlass läuft die Übergangsregelung endgültig zum 31. Dezember 2018 aus. Ab 1. Januar 2019 ist der Großbuchstabe "M" zwingend einzutragen. An dieser Ankündigung hält die Finanzverwaltung bisher fest!

Lohnsteuerbescheinigung: Vorsorgeaufwendungen

Bei der Bescheinigung von Zukunftssicherungsleistungen ist Folgendes zu beachten:

  • Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Beschäftigte nach § 172 Absatz 1 SGB VI (z.B. weiterbeschäftigte Rentner) gehören nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn; sie sind nicht als steuerfreie Arbeitgeberanteile unter Nummer 22 a) zu bescheinigen. Hat der Beschäftigte jedoch auf die Versicherungs­freiheit verzichtet, sind die Arbeitgeberanteile/-zuschüsse und Arbeitnehmeranteile nach den allgemeinen Regelungen zu bescheinigen.
  • Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung und an berufsständische Versorgungs­einrichtungen, die im Zusammenhang mit steuerfreiem Kurzarbeitergeld stehen, sind nicht zu bescheinigen.

Lohnsteuerbescheinigung: Nachträgliche Korrekturen

Stellt der Arbeitgeber bis zum Ablauf des siebten auf den Besteuerungszeitraum folgenden Kalenderjahres fest, dass die übermittelten Daten unzutreffend waren, muss er die Lohnsteuerbescheinigung grundsätzlich durch Übermittlung eines weiteren Datensatzes korrigieren oder stornieren (§ 93c Absatz 3 Satz 1 AO). Eine Änderung des Lohnsteuerabzugs ist jedoch regelmäßig nur bis zur Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung zulässig (§ 41c Absatz 3 Satz 1 EStG). 

Im Übrigen können Erstattungsansprüche wegen zu Unrecht einbehaltener Lohnsteuer nach Ablauf des Kalenderjahres und nach Übermittlung der Lohnsteuerbescheinigung lediglich im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung geltend gemacht werden. Wurde der Lohnsteuerabzug in zu geringer Höhe vorgenommen, hat der Arbeitgeber dies dem Betriebsstättenfinanzamt anzuzeigen (§ 41c Absatz 4 EStG).

Lohnsteuerbescheinigung: Korrektur fehlerhafter Datensätze

Eine Korrektur oder Stornierung kommt in Betracht, wenn es sich um eine bloße Berichtigung eines zunächst unrichtig übermittelten Datensatzes handelt. Eine solche Korrektur oder Stornierung unzutreffend bescheinigter Angaben bzw. Lohnsteuerdaten (z.B. einbehaltene Lohnsteuer oder einbehaltener Solidaritätszuschlag) ist der Finanzverwaltung durch Übermittlung einer berichtigten Lohnsteuerbescheinigung mitzuteilen, soweit sie nicht im Widerspruch zur maßgebenden bereits bestandskräftigen Lohnsteueranmeldung steht. Korrigierte Lohnsteuerbescheinigungen sind mit dem Merker "Korrektur" zu versehen.

Quelle: Bundesfinanzministeriums vom 27. September 2017, Aktenzeichen IV C 5-S 2378/17/10001 und Bekanntmachung vom 31. August 2018, Aktenzeichen IV C 5-S 2378/18/10001.