Beratung durch einen Avatar? Für viele Verbraucher durchaus eine Alternative. Bild: DFKI

Wie wird der stationäre Handel in 20 Jahren aussehen und wie wird die Digitalisierung das Einkaufen verändern? Eine Studie von QVC Deutschland, Trendbüro Hamburg und TNS Infratest hat zehn Trends zur Shoppingwelt der Zukunft ermittelt.

Das zentrale Ergebnis der Studie vorweg: Je mehr sich Technologien entwickeln und wir in virtuelle Welten eintauchen, desto wichtiger wird menschliche Nähe. Für Avatare und Roboter sind die Konsumenten trotzdem offen. Die Studienautoren um Trendforscher Peter Wippermann haben folgende zehn Trends zum Shopping der Zukunft ermittelt:

Neue Technologien vs. Klassische Verkäufer. Ist der Service gut und freundlich, ist es egal, ob ein Computer oder ein Mensch dahintersteckt. Das bestätigen 48 Prozent der Deutschen. Rund jeder Vierte kann sich gut vorstellen, in Zukunft von Avataren, Holografien und Robotern beraten zu werden. Mehr: Wie digitale Assistenten den Kundenservice verändern werden

Ganz ohne Menschen geht es nicht. Der Mensch bleibt als Empfehlungsgeber und Kurator gefragt und ist live oder im Hintergrund dabei. Die Digitalisierung schafft neue Räume für Interaktion: 42 Prozent der deutschen Männer und jede dritte Frau können sich vorstellen, in Zukunft mit Freunden online oder über das Smartphone zu shoppen.

Stationärer Handel: Sinnliche Erlebniswelten und spielerische Elemente

Je stärker die Digitalisierung voranschreitet, desto stärker wächst der Wunsch nach echten Erfahrungen. 77 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass gerade aufgrund der virtuellen Zukunft Erlebnisse in der realen Welt umso wertvoller werden. Der stationäre Handel kann Kunden binden, wenn er sinnliche Erlebniswelten mit spielerischen Elementen bietet.

In den Läden der Zukunft geht es nicht mehr um die Fülle des Angebots. Entscheidend wird vielmehr sein, ob und wie sich ein Produkt auf den Käufer zuschneiden lässt. Personalisierte Produkte begeistern: Drei Viertel der Befragten sprechen sich für Produkte aus, die ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.

Besitz wird neu bewertet. Erlebnisse zählen wieder mehr. Verbraucher aus der Mittelschicht kaufen zunehmend kritischer ein. Die neue Leitfrage lautet deshalb "Was brauche ich wirklich?“ In Zukunft gilt für 63 Prozent der Befragten als cool, wer nicht alles haben muss.

Wer Daten teilt, kauft günstiger ein. 38 Prozent sind bereit, persönliche Daten herauszugeben, wenn im Gegenzug Angebote für oft genutzte Produkte und Dienstleistungen gewährt werden. Männer zeigen sich dabei freigiebiger als Frauen (46 vs. 30 Prozent).

Konsumenten übernehmen immer mehr traditionelle Aufgaben des Handels. Kunden werden Teil der Wertschöpfungskette. Der Handel gewährt im Gegenzug Rabatte. 59 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie beispielsweise für das Bezahlen an einer Self-Scanning-Kasse finanziell belohnt werden.

Shoppen mit digitalen Assistenten

Standardprodukte für den täglichen Bedarf kommen automatisch oder per Knopfdruck. 70 Prozent der Befragten finden einen "schnellen, unkomplizierten Ablauf“ beim Einkaufen (sehr) wichtig. Jeder Dritte kann sich (sehr) gut vorstellen, automatische Bestellungen zu nutzen, wenn ein Produkt zu Hause ausgeht.

Shopping verschmilzt mit dem Tagesablauf. Spracherkennungssoftware und digitale Assistenten machen dies möglich. 41 Prozent rechnen damit, häufiger nebenher im Alltag einzukaufen. Zum Beispiel beim Blick in den Schrank per Sprachkommando.

Wer nachhaltig shoppt, will es ganz genau wissen. Verbraucher wünschen sich Transparenz: Jeder Dritte kann sich vorstellen, dass es künftig einen elektronischen Nachweis geben könnte, dass Produkte wirklich nachhaltig hergestellt wurden. Für 60 Prozent der Befragten ist es in Zukunft wichtiger denn je, ethisch korrekt zu konsumieren.

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Schlagworte zum Thema:  Handel, Kaufverhalten, E-Commerce, Vertrieb

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