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Zukunft des stationären Handels liegt in der Verzahnung der Kanäle

Um Kunden nicht ans Internet zu verlieren, muss sich der stationäre Handel etwas einfallen lassen.
Bild: ECE

Eine Umfrage des IFH Köln hat ergeben, dass Käufer seltener in die Innenstädte fahren und dafür häufiger im Internet einkaufen. Aber: Stationäre Händler, die die Einkaufskanäle miteinander verzahnen, können langfristig vom Internet profitieren.

Gerade inhabergeführten mittelständischen Einzelhändlern fällt es schwer, sich gegen den Onlinehandel zu behaupten. Dass das Internet tatsächlich den Innenstädten schadet, belegt eine aktuelle Studie des IFH Köln. Demnach hat jeder dritte Verbraucher (37,4 Prozent) die Anzahl der Fahrten ins Stadtzentrum verringert, vor allem Frauen (minus 40,5 Prozent) genießen die Vorzüge des Online-Shoppings. Immerhin knapp ein Viertel (22,8 Prozent) kauft zwar online ein, nutzt aber trotzdem parallel den stationären Handel.

Aber auch die Randgebiete sind betroffen: Rund ein Viertel der 1.000 Befragten gibt an, aufgrund des Onlinehandels weniger in Möbelhäusern, Baumärkten oder sonstigen Fachmärkten einzukaufen.

Doch ganz ausweglos ist die Lage des stationären Handels nicht. Denn laut Umfrage bringt der Online-Kanal stationären Händlern auch Zusatzumsätze, die andernfalls ausgeblieben wären. So gibt jeder immerhin fünfte Befragte an, nicht seltener in die Stadt zu fahren, obwohl auch Onlinekäufe getätigt werden. Bei den Randgebieten trifft dies sogar auf jeden Vierten zu. In diesen Fällen übernimmt vielfach der Onlinekanal Showroom-Funktionen für die Ladengeschäfte. Laut einer Studie des ECC Köln werden insgesamt rund 50 Prozent des stationären Umsatzes durch Internetrecherchen vorbereitet. Ein Beweis mehr, dass die Zukunft des Handels in der Verzahnung der einzelnen Vertriebskanäle liegt. Städtische Händler müssen deshalb die Rahmenbedingungen schaffen, um sich den Kunden attraktiv zu präsentieren.

Viele Innenstädte setzen dazu bereits auf Sonderaktionen wie lange Shoppingnächte oder verkaufsoffene Sonntage mit Rahmenprogramm, um Besucher zu locken. Detaillierte Untersuchungen dazu, worauf Kunden tatsächlich wert legen, gibt es bislang nicht.

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Kundenbindung, Multichannel

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