Die Zukunft ist näher als viele denken. Der deutsche Handel muss ganz schnell aufholen. Bild: Pixabay

Während jeder dritte stationäre Händler weiter keine eigene Homepage hat, hält sich die Branche gleichzeitig für fortschrittlich. Bis 2030, da sind die Befragten einer Bitkom-Studie überzeugt, werde es beispielsweise keine Kassen mehr geben. Und auch sonst glauben sie ans Digitale.

Der Handel der Zukunft ist digital. Diese Ansicht vertritt die Mehrheit der Händler, die für eine Bitkom-Studie kürzlich befragt wurden. Dennoch: Die Digitalisierung hält nur schleppend Einzug in die Branche, 77 Prozent halten sich gar selbst für Nachzügler in Sachen digitaler Transformation. Insgesamt haben elf Prozent noch immer keine eigene Website, unter jenen, die rein stationär verkaufen, sind es sogar 36 Prozent. Und auch in Standard-Verzeichnissen wie Google, Google Maps, Gelbeseiten.de oder werliefertwas.de ist gut jeder Vierte (28 Prozent) noch nicht vertreten.

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Obwohl viele selbst diese einfachen digitalen Möglichkeiten, um auf sich Aufmerksam zu machen, nicht nutzen und damit Umsatz-Potenziale verschenken, glaubt die Mehrheit der Händler an eine digitale Zukunft und schätzt sich selbst offenbar recht fortschrittlich ein: So glauben rund zwei Drittel (65 Prozent), dass das Bezahlen 2030 automatisch ablaufen wird, wenn Kunden einen Laden verlassen. 61 Prozent glauben, Läden hätten bis dahin eher die Rolle eines Showrooms, in dem Produkte getestet und anschließend im Onlineshop des Händlers bestellt werden können. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) denkt, dass Waren auch über Virtual Reality erlebbar sein werden und weitere 40 Prozent sehen das Ende der klassischen Ladenöffnungszeiten gekommen. 59 Prozent halten es sogar für realistisch, dass individualisierte Produkte aus dem 3D-Drucker angeboten werden.

Die Studienautoren rund um Julia Miosga erkennen das Problem, dass der Handel in vielen anderen Ländern bereits deutlich weiter ist. Was hierzulande noch als Vision gelte, sei andernorts bereits Standard. Für Händler gibt es deshalb viel zu tun, um möglichst schnell international aufzuschließen.

Für die Studie wurden 530 Händler, darunter 150 rein stationäre, befragt.

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