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Verbraucherschützer schicken Amazon Abmahnung

Amazon schließt Kunden mit überdurchschnittliche vielen retouren aus. Dafür erhielt das Unternehmen eine Abmahnung der Verbraucherschutz-Zentrale NRW.
Bild: Michael Bamberger

Die Verbraucherschutz-Zentrale NRW hat den Versandhändler Amazon abgemahnt. Grund: Das Unternehmen hatte die Konten von Kunden mit vielen Retouren-Sendungen unangekündigt gelöscht.

Das Thema Retouren im Versandhandel und speziell im E-Commerce wird drängender. Retouren kosten die Versandhandelsunternehmen viel Geld. Und die Unternehmen reagieren. Nach einer Untersuchung von Trusted Shops schließen zwei Drittel der Versender Vielretournierer aus. Zum Beispiel, indem sie ihnen das Kundenkonto löschen. So wie Amazon es 2013 in mehreren hundert Fällen getan hat. Dafür hat das Unternehmen nun eine Abmahnung der Verbraucherschutz-Zentrale NRW erhalten. 

Die betroffenen Kunden hatten nach eigener Einschätzung jede sechste oder vierte Bestellung wegen Nichtgefallens oder eines Mangels zurückgeschickt. Die Reaktion von Amazon: Eine E-Mail, in der Amazon erklärt habe, es sei erkennbar, "dass Sie mit unserem Kundenservice nicht mehr zufrieden sind". Deshalb werde das Kundenkonto gelöscht. 

Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Amazon die Kriterien für einen Ausschluss als Kunde nicht klar definiere und kommuniziere. Außerdem begründe Amazon den Ausschluss nicht ausreichend konkret. 

Mitte Juni tritt ein neues Widerrufsrecht in Kraft, dass die für die Kunden kostenfreie Rücksendung beendet. 


Schlagworte zum Thema:  Versandhandel, Verbraucherschutz, Retouren, Online-Shop

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