26.06.2015 | Händlerbund-Studie

Verbraucherrechterichtlinie: Kaum Vorteile, enormer Aufwand

Erleichtert hat die Richtlinie den grenzüberschreitenden Handel offenbar nicht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Vor einem Jahr ist die Verbraucherrechterichtlinie in Kraft getreten. Anhand einer Studie zieht der Händlerbund nun ein Fazit: Die Richtlinie brachte für Händler einen enormen Aufwand mit sich, die Vorteile halten sich demgegenüber in Grenzen.

Mit dem Gesetz sollten die bestehenden nationalen Verbraucherschutzvorschriften in der EU angeglichen werden und Erleichterungen für Unternehmen und Verbraucher mit sich bringen. Die Studie zieht allerdings ein anderes Fazit: 66 Prozent der Händler bemerken kaum Auswirkungen, elf Prozent geben an, dass die Richtlinie negative Auswirkungen für sie hatte und positiv bewerten die Änderungen nur 19 Prozent. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) beklagt den Mehraufwand, der seitdem zu bewältigen ist.

 

Rücksendekosten werden auf Kunden umgelegt

In einer Händlerbund-Studie aus dem vergangenen Jahr gaben drei Viertel der Händler an, die Retourenkosten auf ihre Kunden umzulegen. Inzwischen gehen vier von fünf Händlern so vor.

Mit der Umsatzentwicklung können die Händler zufrieden sein. Rechneten 2014 lediglich 13 Prozent mit höheren Umsätzen, geben nun immerhin 28 Prozent an, dass die Richtlinie zu einem Umsatzplus beigetragen hat.

Grundsätzlich erkennen zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) Vorteile in den einheitlichen Regelungen. Zum Ziel, den grenzüberschreitenden Handel anzukurbeln, habe sie jedoch nicht in gewünschter Form beigetragen: Nur jeder Fünfte fühlt sich ermutigt, ausländische Kunden anzusprechen. 


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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Versandhandel, Vertrieb, Mobile Commerce

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