11.04.2016 | Digitalisierung

Top-Managern sind digitale Plattformen kein Begriff

Marktplätze haben die physische Welt schon längst verlassen.
Bild: SGBD Deutschland GmbH

Nicht einmal die Hälfte der deutschen Top-Manager kennen wichtige Schlagworte einer digitalisierten Wirtschaft. Laut einer Studie des Bitkom wissen sie beispielsweise nicht, was sich hinter einer digitalen Plattform verbirgt.

Den App-Store von Apple oder die Zimmervermittlung Airbnb werden die meisten wohl kennen. Geht es jedoch um digitale Unternehmensmarktplätze schütteln sie den Kopf: Sechs von zehn Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern von Unternehmen ab 20 Mitgliedern wissen nicht, was die Begriffe Plattform-Ökonomie oder digitale Plattform für ihr Business bedeuten. Das hat eine repräsentative Studie des Bitkom unter 507 Unternehmensvertretern ergeben.

Die Digitalisierung führe auf vielen Märkten zu grundlegenden Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen, erklärt Verbandsgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Und digitale Plattformen spielten dabei eine zentrale Rolle. Umso wichtiger, dass Verantwortliche diese Entwicklungen bei allen Entscheidungen berücksichtigen.

Von den Top-Managern, denen das Thema bekannt ist, gibt die Hälfte an, dass es mindestens eine relevante Plattform für ihr Unternehmen gibt. Weitere 13 Prozent antworten mit "weiß nicht“, 37 Prozent sagen, es gebe bislang keine für ihr Unternehmen relevante Plattform.

Mit digitalen Plattformen Reichweite erhöhen

Das Grundprinzip dieser Plattform-Märkte funktioniert ähnlich wie ein physischer Marktplatz oder eine Messe. Der Betreiber der Plattform bringt Anbieter und Kunden zusammen und erhält von den Händlern eine Gebühr dafür, dass sie ihre Produkte anbieten dürfen. Kunden wiederum zahlen zum Teil einen Betrag dafür, dass sie Zutritt zu dem virtuellen Marktplatz bekommen.

Mit digitalen Plattformen können Anbieter ihre Reichweite enorm erhöhen, sagt Rohleder. Theoretisch könne so jeder Internetnutzer erreicht werden. Jedoch gebe es auch Herausforderungen, die es zu berücksichtigen gebe. So führen beispielsweise Netzwerkeffekte dazu, dass es für jeden Markt nur wenige Plattformen gibt. Zum anderen riskieren Unternehmen, den direkten Kontakt zum Kunden zu verlieren, wenn diese Beziehungen vom Betreiber einer digitalen Plattform übernommen werden. Rohleder empfiehlt deshalb eine Plattform-Strategie.

Immer mehr solcher Plattformen werden aktuell in den B2B-Bereich übertragen. Maschinenbau und Landwirtschaft sind nur zwei Beispiele für Branchen, in denen Auftragseingang, Materialbeschaffung, Produktionspläne oder Logistikprozesse über Plattformen organisiert werden.

Weiterlesen:

Diese Ansprüche stellen Anbieter und Kunden an B2B-Online-Marktplätze

Die Digitalisierung des B2B-Vertriebs kommt

Industrie 4.0: Führungskräfte nicht ausreichend qualifiziert

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Vertrieb, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen