| Studie

Versicherer investieren in digitale Kanäle

In Zukunft werden Kunden ihre Versicherer im Schadensfall noch besser über digitale Kanäle erreichen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bis 2016 könnte sich der Online-Vertrieb in der Versicherungsbranche europaweit auf jährlich 25 Milliarden Euro Prämienvolumen verdoppeln. Konkrete Zahlen liefert eine Studie der Unternehmensberatung Accenture. Die Mehrheit der Befragten glaubt an Amazon und Google als Treiber dieser Entwicklung.

Viele Versicherungsunternehmen hinken bei der Digitalisierung anderen Branchen weit hinterher. Drei Viertel wollen jedoch in den kommenden drei Jahren in diesen Bereich investieren. Bis 2016 könnte, so die Zahlen der Studie, der Jahresabsatz von Sach-, Unfall- und Lebensversicherungen über digitale Kanäle europaweit auf bis zu 25 Milliarden Euro ansteigen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo erst zwölf Milliarden auf diese Weise umgesetzt wurden, entspräche dies mehr als einer Verdoppelung.

Insgesamt 89 Prozent der Befragten erwarten eine deutliche Verschärfung der Wettbewerbssituation in den kommenden drei Jahren, besonders verbreitet ist diese Überzeugung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 64 Prozent gehen davon aus, dass diese Entwicklung maßgeblich von Google oder Amazon ausgehen wird. Im Kampf um Marktanteile wird es dann auf die Verbesserung des Kundenerlebnisses ankommen zu der auch eine digitale Strategie gehört. Die Mehrheit räumt jedoch ein, entweder keine oder lediglich eine auf einzelne Vertriebs- oder Kundeninteraktionsbereiche beschränkte digitale Strategie zu verfolgen. Mit solchen Teilstrategien kann aber keine Wertschöpfungskette – von der Produktentwicklung bis zur Vertragsverwaltung der Versicherer – abgedeckt werden.

Kundenkontakt- und Vertriebsfunktionen im Fokus

Drei Viertel (78 Prozent) der Befragten wollen Kundenkontakt- und Vertriebsfunktionen weiter digitalisieren. Dazu sollen innerhalb der nächsten drei Jahre bei Sachversicherern rund 30 Millionen Euro, bei Lebensversicherern 21 Millionen und bei Mehrbranchenversicherern 51 Millionen Euro fließen.

Auch über die Prioritäten haben sich die Unternehmen Gedanken gemacht: 59 Prozent geht es um eine 360-Grad-Sicht auf die Kunden, 57 Prozent um die Verbesserung interner Prozesse und 56 Prozent um die Verbesserung des Kundenservices. Zudem wollen 53 Prozent in Big Data und 59 Prozent in Social Media investieren.

Für die Studie wurden Marketing- und Vertriebsverantwortliche von 78 Sach-, Unfall- und Lebensversicherern in 13 europäischen Ländern, darunter acht aus Deutschland sowie sieben weitere aus nicht-europäischen Ländern befragt.

Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, CRM, Kundenbindung, Online

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