18.06.2015 | E-Commerce

Einkaufen als ein zentrales Motiv der Internetnutzung

In Schwellenländern ist das Internet wichtiges Kommunikationsmittel, hierzulande wird damit eingekauft.
Bild: Haufe Online Redaktion

Für die große Mehrheit ist das Internet primär ein Verkaufskanal. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Außerdem identifiziert die Studie drei weitere wichtige Motive der Internetnutzung.

Insgesamt 10.000 Verbraucher, die mindestens einmal pro Woche im Internet unterwegs sind, haben die Studienautoren weltweit befragt. 40 Prozent der deutschen Onliner sind demnach fast den ganzen Tag online. Weltweit sind es mit 53 Prozent sogar noch einige mehr.

Weltweit konnten die Experten von A.T.Kearney um Dr. Mirko Warschun, Leiter des Beratungsbereichs Konsumgüterindustrie und Handel in EMEA, vier universelle Motive identifizieren, die Verbraucher ins Internet locken:

  • Hauptmotiv ist demnach der Komfort. Ob zur Produkt- oder Dienstleistungssuche, zur Nutzung eines Navigationsdienstes oder auf der Suche nach Unterhaltung – immer geht es um den Komfort, den das Internet bei der Recherche bietet. Für 93 Prozent ist das Web sogar primär ein Einkaufskanal.
  • Wissen: Das Internet stillt den Wissensdurst. Für 95 Prozent der Befragten weltweit ist das Web Anlaufstelle Nummer eins bei der Suche nach Informationen. Mit 92 Prozent liegt Deutschland nur leicht hinter dem globalen Wert. Deutschen Verbrauchern ist das Shopping indes noch wichtiger.
  • Kontakt zu anderen Personen: Für 73 Prozent ist dies einer der wichtigsten Gründe, online zu sein. Dies gilt jedoch vor allem für Länder wie Indien (94 Prozent) oder China (88 Prozent), in denen der Arbeitsplatz oft weit weg von zu Hause liegt. Dank kürzerer Wege und alternativer traditioneller Kommunikationsmittel, die weiterhin intensiv genutzt werden, liegt der Anteil in Deutschland mit 60 Prozent deutlich niedriger.
  • Meinungsaustausch: Auch hier sind es vor allem Schwellenländer wie China, Nigeria oder Indien, in denen der Meinungsaustausch in erster Linie über das Internet stattfindet. In diesen Ländern nutzen 85 Prozent der Onliner das Web genau zu diesem Zweck. Auch hier liegt Deutschland mit 32 Prozent weit dahinter.

Genutzt wird das Internet rund um die Uhr. Mehr als die Hälfte der Verbraucher (53 Prozent) ist praktisch permanent (mindestens zehn Mal am Tag) online. In Deutschland sind es 40 Prozent, Spitzenreiter ist Brasilien mit 71 Prozent.

 

Ein Drittel der Zeit in den Social Media

Das unbestritten größte Phänomen des letzten Jahrzehnts ist nach Ansicht von Warschun das Social Networking. Weltweit verbringen 46 Prozent aller Befragten den größten Teil ihrer Onlinezeit in sozialen Netzwerken. In Deutschland sind es 36 Prozent. Die Relevanz des Internet als Shoppingkanal belegt auch folgende Zahl: Knapp ein Drittel (31 Prozent) verbringt die meiste Zeit mit Online-Shopping.

Inwieweit soziale Medien eine Kaufentscheidung beeinflussen, hängt stark vom Alter der Verbraucher ab: Über zwei Drittel aller Befragten über 35 Jahren lassen sich zumindest gelegentlich beeinflussen. Unter den Älteren (ab 65 Jahre) sagen hingegen 80 Prozent, dass ihre Kaufentscheidungen selten bis nie von dem beeinflusst wird, was sie in den Social Media lesen.

Auch hier gibt es Unterschiede: In China stützen insgesamt 95 Prozent der Verbraucher ihre Kaufentscheidungen auf Informationen aus sozialen Netzwerken, in Deutschland sind es 37 Prozent.

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Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, Internet, E-Commerce, Kaufverhalten

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