| Urteil

Unangemeldete Werbeaktionen auf Messen können teuer werden

Wer Marketing auf Messen betreiben will, muss dafür zahlen.
Bild: Messe München GmbH 2011

Das OLG Düsseldorf hat entschieden, dass Messeveranstalter im Falle von unangemeldeten Akquise- oder Marketingmaßnahmen auf einer Messe beziehungsweise dem Messegelände grundsätzlich eine Vergütung in Form der üblichen Tarife des Messeveranstalters zu erhalten haben. Darauf weisen der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (Auma) und WMRK Rechtsanwälte hin.

Ein Unternehmen, das nicht Aussteller einer Messe ist und diese unangemeldet für gezielte Werbeaktionen nutzt, ist dem Messeveranstalter schadensersatzpflichtig. Das hat das OLG Düsseldorf mit Urteil vom 3. März 2016 festgestellt. Damit hat das Gericht das erstinstanzliche Urteil des LG Mönchengladbach im Wesentlichen gestützt.

Mitarbeiter der Beklagten hatten laut Auma sowohl vor als auch in der Messehalle Besucher und Aussteller angesprochen und Informationsmaterial mit Angeboten der Beklagten verteilt. Die von der Klägerin in ihrem Internetauftritt für diesen Fall angebotenen Pakete V und VI, Promotionaktionen vor der Halle zu 3.500 Euro und Promotionaktionen in der Halle zu 4.000 Euro, hatte die Beklagte nicht gebucht. Der Klägerin steht daher laut Gericht gegen die Beklagte ein Bereicherungsanspruch zu. Die Beklagte hatte in das Recht der Klägerin eingegriffen, die Nutzung des von ihr angemieteten Messegeländes wirtschaftlich zu verwerten, und sich auf diesem Wege unerlaubt einen Vorteil verschafft.

Schadensersatz fällig

Bei der Berechnung des Schadensersatzes wird in der Regel zugrunde gelegt, was der Schuldner bei korrektem Erwerb des Vorteils dafür hätte aufwenden müssen und folglich erspart hat. Da der Veranstalter entsprechende Pakete in seinem Angebot hatte, wäre eigentlich deren Summe maßgeblich gewesen. Der Veranstalter hatte der Beklagten jedoch nach einer Stunde die weitere Nutzung des Messeräumlichkeiten und des Vorplatzes mittels eines Hausverbotes untersagt. Aus diesem Grund hat das Gericht nur ein Sechstel der Paketpreise als Schadensersatz festgelegt. Der gesamte Messetag hätte sich über sechs Stunden von 10.00 bis 16.00 Uhr erstreckt (Az.: I-13 U 62/15).

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Schlagworte zum Thema:  Messe, Marketing, Vertrieb

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