| BVOH-Umfrage

Poststreik: Onlinehändler befürchten massive Umsatzverluste

Nichts geht mehr im Online-Handel solange die Postangestellten streiken.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Poststreik zeigt Wirkung: Die Mehrheit der Onlinehändler ist nach eigenen Aussagen "stark“ bis "extrem stark“ vom Poststreik betroffen und befürchtet massive Umsatzverluste. Hinzu kommen schlechte Bewertungen verärgerter Kunden, die lange auf ihre Einkäufe warten müssen.

Laut einer Umfrage des Bundesverbands Onlinehandel (BVOH) sind 76,6 Prozent der Onlinehändler "stark“ bis "extrem stark“ vom Streik der Postangestellten betroffen. Insbesondere der Mittelstand befürchtet massive Umsatzverluste. Der Mehraufwand in der Kundenkommunikation sowie der Einbindung neuer Versanddienstleister führe zu höheren Gebühren, die die Unternehmen belasten, erklärt BVOH-Präsident Oliver Prothmann.

Über 40 Prozent der befragten Onlinehändler gehen davon aus, dass rund die Hälfte der georderten Waren zu spät beim Kunden ankommt. Fast ein Fünftel rechnet mit Umsatzeinbrüchen von mehr als 25 Prozent.

Dabei sind sinkende Umsätze nicht das einzige Problem: Weil auch die Ware, die Händler bei Herstellern einkaufen, verspätet ankommen, entstehen Löcher im Warenbestand. 60 Prozent der Verbandsmitglieder haben in der Folge mit schlechten Kundenbewertungen zu kämpfen, was zu einem merklichen Reputationsverlust führt, der auch langfristige Auswirkungen haben kann. Ebay hat bereits reagiert und negative Bewertungen, die auf den Poststreik zurückzuführen sind, entfernen lassen.

Erstaunt schaut der Markt auf Amazon. Die Pakete des Branchenriesen werden offenbar bevorzugt abgewickelt, was einmal mehr dessen Marktstellung zu Lasten der kleinen und mittelständischen Händler belege, so die Umfrageteilnehmer. 


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Schlagworte zum Thema:  Vertrieb, E-Commerce, Mittelstand, Kundenzufriedenheit, Versandhandel

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